Poetenfest trotz Regenschauern voller Erfolg
27.08.2012, 06:08 Uhr
Schirm oder nicht Schirm — das ist hier die Frage. Während beim Lese-
Marathon am Samstag Schirme lediglich als Sonnenschutz aufgespannt wurden, ändert sich ihr Einsatz am Sonntag schlagartig: Starker Wind wirbelt den Sand der Wege auf, und die Bäume rauschen laut, als um 14.30 Uhr dunkle Wolken über das Schloss in den Park ziehen.
Gerade hat Arezu Weitholz auf dem Podium Platz genommen, um aus ihrem Roman „Alles muss groß sein“ vorzulesen. Weit kommt sie nicht mit ihrer Text-Passage. Der Regen prasselt herab. Selbst der Schirm, der ihr über den Kopf gehalten wird, kann keinen Schutz mehr bieten. Das Festival wird unterbrochen. Es folgt, was eigentlich stets vermieden werden soll: der Umzug in den Redoutensaal. Eine wohl richtige Entscheidung: Zwar bleibt es nach den heftigen Schauern lange trocken, doch so richtig einladend ist der frische Wind im Schlossgarten nicht wirklich.
Trotz kühlem Finale kann Festival-Leiter Bodo Birk mit über 12.000 Festivalgästen „eines der bestbesuchten Poetenfeste“ vermelden. „Wenn das Wetter gehalten hätte, hätte es ein Rekord werden können“, glaubt Birk.
Schließlich hatte der erste „Open-Air-Tag“ viel verheißen: Der sonnige, nicht zu heiße Samstag lockte jede Menge Literatur-Neugierige in den Schlossgarten. Bei der „Revue der Neuerscheinungen“ waren die Biertischgarnituren vor dem Hauptpodium bestens besetzt, und im östlichen Ende des Parks tummelten sich viele, viele Familien, um das Angebot für Kinder und Jugendliche wahrzunehmen.
Regelmäßig überfüllt war an allen Tagen die Orangerie. Beim Abend mit Star-Kritikerin Sigrid Löffler standen am Freitag die Menschen gar mit Regenschirmen im Freien und lauschten per Lautsprecher-Übertragung den Erzählungen der Wienerin. Die Orangerie ist nach ihrer Sanierung sofort zu einem Festival-Schatzkästchen geworden; die Dauerbaustelle Markgrafentheater hingegen ist und bleibt eine kleine Zumutung für solch eine Großveranstaltung.
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