„Heimspiel“ für den Präsidenten
09.07.2012, 16:02 Uhr
Für Claus Wagner aus Treuchtlingen, seit über einem Jahrzehnt Präsident des viertgrößten Fachverbands im BLSV, war es ein Heimspiel, als er die Führungskräfte des Verbands und die Fachwarte aus den Bezirken in Gunzenhausen zur dreitägigen Arbeitstagung willkommen hieß. Erste Gespräche fanden bereits statt, nachdem das Präsidium und die Bezirksvorsitzenden eingetroffen waren. Die Besprechungen der Fachausschüsse standen am nächsten Tag im Blickpunkt, bevor mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Sport in der Stadthalle von Gunzenhausen die Jahrestagung feierlich eröffnet wurde.
Nachdem der Bezirksvorsitzende von Unterfranken, Hanns Fischer aus Feucht, die Mitarbeiter des BTTV begrüßt hatte, ging Landrat Gerhard Wägemann auf das Miteinander von Sport und Poliktik ein. Die Grüße des Freistaats Bayern übermittelte der mittelfränkische Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, die der Stadt Gunzenhausen der 2. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und die des BLSV die Kreisvorsitzende Brigitte Brand. Jürgen Ströbel war als Vertreter des Bayerischen Landtags erschienen.
Wie üblich bei der Jahresversammlung beleuchtete BTTV-Präsident Claus Wagner aktuelle Themen des Verbandes. Zu beklagen sei ein Rückgang der Mitglieder-, Mannschafts- und Vereinszahlen im BTTV, der allerdings mit 1618 Vereinen weiterhin der größte Landesverband im Deutschen Tischtennis-Bund ist. Beim BLSV sind sogar über 1800 Vereine und über 101000 Mitglieder unter dem Fachverband Tischtennis aktuell gemeldet. Um den Abwärtstrend zu stoppen, müssten besonders Jugendliche und Kinder neu für den Tischtennissport begeistert und dabei auch die Zusammenarbeit mit den Schulen weiter gefördert werden.
Aus der Grundsatzrede des Präsidenten ging hervor, dass die staatliche Förderung immer mehr zurückgefahren wird. Konnten einst 40 Prozent des BTTV-Haushaltes durch Staatsmittel bestritten wurden, so seien es nunmehr nur noch zehn – wobei der Trend weiter nach unten gerichtet ist. Ein großes Ungleichgewicht besteht auch darin, dass Tischtennis gegenüber den klassischen Wintersportarten in der finanziellen Förderung benachteiligt werde. Durch weitere Aktivitäten und Initiativen soll dieser Trend gestoppt werden und Tischtennis wieder den Stellenwert in Bayern erreichen, der dieser Sportart gerecht werde. Bayerische Sportler können große Erfolge verzeichnen, wobei die herausragenden von Sabine Winter (TSV Schwabhausen) genauso hervorgehoben werden wie die das Abschneiden von einiger Nachwuchskräften. In Gunzenhausen konnte Wagner die frischgebackene Seniorinnen-Weltmeisterin Karin Rauscher (München) präsentieren, die erst eine Woche zuvor aus Stockholm mit dem Titel im Gepäck zurückgekehrt war.
In seinem Jahresbericht ging der Präsident auch auf das Verhältnis des BTTV zu den Dachverbänden, dem BLSV und des DTTB ein. Dabei gebe es immer wieder Probleme, die so einfach nicht zu lösen seien. Beim DTTB-Bundestag in Frankfurt wurden zwar einige Anträge Bayerns durchgebracht, doch in verschiedenen Fällen haben die anderen Landesverbände nicht an einem Strang gezogen.
Wie üblich wurden auch zahlreiche langjährige Mitarbeiter des BTTV ausgezeichnet. Die Ehrennadel des DTTB gab es in Gold für Jochen Franke (Kronach) und in Silber für Georg Nadler und Alfons Biller (beide München). Die BLSV-Ehrennadel in Bronze erhielt Heinz Felden (Traunreut), in Silber mit Gold Werner Baisch (Vilshofen), in Gold mit großem Kranz Dietmar Barth (Schnaittach), in Gold mit silbernem Lorbeer Hellmut Deffner (Tiefenlauter) und Horst-Günter Ziegler (Bad Kissingen) und in Platin Peter Kuhn (Oberding). Die BTTV-Ehrenadel in Silber mit Gold ging an Marcus Nikolei (Schüsselfeld), in Gold an Robert Förster (München), in Gold mit großem Kranz an Norbert Endres (Lohr-Wombach) und Claus Wagner (Treuchtlingen).
Wie üblich wurde auch der große Pokal an den aktivisten Verein in Bayern überreicht – bereits zum vierten Mal an die TSG Thannhausen in Schwaben.
Die Vollversammlung des Verbandes erfolgte dann in der Stadthalle von Gunzenhausen. Neben den Berichten des Präsidiums und der Fachwarte stand die Behandlung und Verabschiedung von Anträgen auf dem Programm, wobei die Wettspielordnung und die Bestimmungen des Verbands entsprechend verändert wurden. Im Blickpunkt stand auch der Finanzbericht 2011. Während die Rücklagen im zentralen Bereich weiter zurückgingen, verfügen Bezirke und Kreise über ein entsprechendes Finanzpolster. Die Haushaltspläne 2012 und 2013 wurden einstimmung von der Versammlung verabschiedet.
Zum Abschluss der Tagung konnte Präsident Wagner darauf hinweisen, dass der Verbandshauptausschuss 2013 im oberbayerischen Wolnzach stattfindet und 2014 Oberfranken als Gastgeber an der Reihe ist.
Keine Kommentare
Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich vorher registrieren.
0/1000 Zeichen