Einstiegshilfe in die Arbeitswelt

08.06.2012, 11:00 Uhr
Einstiegshilfe in die Arbeitswelt

© Kunze

An ihr Betriebspraktikum kann sich Theresa Altmann noch sehr gut erinnern, obwohl es schon mehrere Jahre zurückliegt. Die Rektorin der Schwarzachtalschule in Berg musste jeden Tag gegen 2 Uhr aufstehen und in die Backstube fahren. Dort formte sie Brezen und schaute dem Bäcker über die Schulter. „Ich habe viele Erfahrungen gesammelt und konnte das Wissen meinen Schülern weitergeben“, sagt Altmann.

Genau dies ist der entscheidende Pluspunkt von „SchuleWirtschaft“. Die Vernetzung der freien Wirtschaft mit den Schulen, um Schüler fit für den Arbeitsmarkt zu machen und den Arbeitgebern zu helfen, Bewerber zu finden. Altmann ist Vorsitzende im Bereich Schule des Arbeitskreises. Diesen Posten teilt sie sich seit 2006 mit Konrektor Jochen Hegel. Die Vorsitzenden im Bereich Wirtschaft sind Kurt Walther, Prokurist KompetenzZentrum Bau und Sebastian Meckl, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

Diese Doppelspitze, also Vorsitzende sowohl im Bereich Schule als auch im Bereich Wirtschaft zu installieren, gab es zu Beginn des Arbeitskreises noch nicht. Die Initiative zur Gründung ging vom damaligen Schulrat Hans Kiefl aus. 1980 war ein Betriebspraktikum in Hauptschulen — heute Mittelschulen — nicht vorgesehen. Der Schulrat aber ermutigte Schüler, eine freiwillige Hospitanz in einem Unternehmen zu absolvieren. Ziel war, Betriebe mit ins Boot zu holen, die Schüler aufnehmen und vermitteln, welche Kompetenzen im Arbeitsleben gefragt sind. 1982 wurde der Arbeitskreis offiziell gegründet. Erster Vorsitzender war Hans Kiefl.

Die Vernetzung von Wirtschaft und Schule ist auch heute essenziell. 120 Mitglieder hat der Arbeitskreis, darunter Lehrer aller Schularten, Unternehmer, Manager oder Vertreter der Handwerkskammer. Damit die Arbeit reibungslos funktioniert, gibt es einen steten Austausch, Vorträge und Seminare. Ein Beispiel: Einige Einstellungstests für Azubis wurden von Lehrern und gemeinsam Arbeitgebern entwickelt.

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