"Hohes Niveau": Wohnbau in Neustadt nimmt weiter zu
29.01.2015, 22:24 Uhr
Der hatte zuvor ein knappes Dutzend Bauanträge behandelt, darunter vier Wohnhaubauten junger Familien in Ortsteilen. Bürgermeister Klaus Meier: “So kann es weiter gehen”.
Auf den ersten Blick hatte der Vergleich der Bauanträge einen anderen Eindruck vermittelt. Waren doch nach deren erfreulicher Zunahme 2013 auf 118 Anträge gegenüber dem vorübergehenden Rückgang im Vorjahr 2014 lediglich 95 verzeichnet worden. In absoluten Zahlen sollte, so Schorr, das Minus um circa 20 Prozent hauptsächlich durch den Rückgang der gewerblichen und vor allem der landwirtschaftlichen Bauvorhaben begründet sein.
So hatte es 2014 nach zehn im Vorjahr keinen einzigen Antrag für landwirtschaftliche Vorhaben, bei vier Abbruchmaßnahmen eine weniger als 2013 gegeben. Bei den 20 gewerblichen Bauanträgen jeglicher Art war ein Rückgang um 8 zu verzeichnen gewesen. Um sieben auf nurmehr acht waren die Anträge für Garagen, Carports oder sonstige Nebengebäude zurückgegangen, bei Werbeanlagen um einen auf drei.
Mit den 30 Wohnhausneubauten - einschließlich Bauvoranfragen - waren hingegen nochmals vier Anträge mehr als bei der Steigerung 2013 eingegangen, ließ Bauamtleiter Gerald Schorr wissen. Die 19 Wohnhausumbauten und -Erweiterungen waren mit jenem im Vorjahr identisch, ebenso drei Anträge auf Nutzungsänderungen.
Tonabbaufläche verkleinert
“Die städtischen Einwendungen haben zum Erfolg geführt”, merkte Schorr zur Fortschreibung des Teilkapitels “Gewinnung und Sicherung von Bodenschätzen” im Regionalplan Westmittelfranken an. 2010 hatte die Stadt gegen die Erweiterung der Vorrangfläche für den Tonabbau von 10 auf 14 Hektar in südösterlicher Richtung zum Beerbacher Weg “die Abwägung zwischen der derzeitigen und zukünftigen Nachfrage nach dem Rohstoff Ton und der städtebaulichen Umgebungssituation” gefordert. Sie reklamierte, dass die geplante Erweiterung “erhebliche Beeinträchtigungen der benachbarten Wohnbaubebauung mit sich bringt”.

Diese sei zudem nicht erforderlich, da die Nachfrage nach Ton derzeit als eher gering einzustufen sei und die Ausbaureserven in der bislang festgelegten Vorrangfläche ausbeutbar seien. Nun wurde die Tonabbaufläche nach den Forderungen der Stadt verkleinert, vom Beerbacher Weg und 70 Meter von den Wohnbauflächen abgerückt. Auf dem bereits ausgebeuteten nördlichen Bereich, auf dem kein Tonabbau mehr stattfindet, ist die Möglichkeit einer Folgenutzung eröffnet. Die Stadt stelle im fraglichem Bereich bereits einen Bebauungsplan “Gewerbegebiet am Hutsberg“ auf, der ein Sondergebiet für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage vorsehe, führte Bauamtschef Schorr.
Bedenken unter Stadträten hinsichtlich anderer nachteiliger Auswirkungen durch ein erweitertes Abbaugebiet - insbesondere auf das angrenzende Naturschutzgebiet - konnten zurückgestellt werden, da die Abbaugenehmigungen erloschen sind. Bei einer Wiederaufnahme des Tonabbaues, die gegenwärtig als eher unwahrscheinlich gilt, müsste eine neue Genehmigung beantragt und in diesem Verfahren alle relativen Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
Angesichts des verhältnismäßig geringen räumlichen Volumens bei jahrzehntelangem intensivem Abbau für zeitweise sogar zwei Tonwerke, sollten nach Einschätzung von Stadtrat Bernd Schnizlein ausreichend Reserven vorhanden sein, ohne städtische Belange zu tangieren, was auch Bürgermeister Klaus Meier zum Schluss kommen ließ: “Da müssen wir uns keine Sorgen machen”.
7500 Euro für “ILEK”
Die grundsätzliche Bereitschaft, “in Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept” - kurz “ILEK” - zusammen mit den Nachbarkommunen in Auftrag zu geben und dafür im Haushalt 2015 eine Summe von 7500 Euro einzustellen, ist “beschlossene Sache”. Die Verwaltung wird nun das weitere Vorgehen mit den Nachbarkommunen sowie dem Amt für ländliche Entwicklung abstimmen. Das “ILEK“ ziele nach den Ausführungen von Wirtschaftsförderer Harald Heinlein darauf ab, “den ländlichen Raum gleichzeitig als Lebens-, Arbeits-, Erholungs- und Naturraum weiterzuentwickeln”.
Dabei seien Handlungsfelder wie Infrastruktur, Ökonomie, Ortsbildgestaltung, allgemeine Daseinsvorsorge, Gemeinschaftseinrichtungen, Erneuerbare Energien, Ökologie oder Tourismus, Freizeit und Erholung zu berücksichtigen. Nach einem Erörterungstermin mit dem Amt für ländliche Entwicklung habe sich herausgestellt, dass alle Bürgermeister der Kommunalen Allianz und der VG-Mitgliedsgemeinden starkes Interesse an einem gemeinsam “ILEK” hätten, berichtete Heinlein.
Sowohl Erstellung, als auch Umsetzung von “ILEK” würden mit 75-Prozent gefördert. Bei der Förderung des Ausbaus der “Kernwegenetze” - im Stadtrat mit der Schließung von Lücken begrüßt - sei “ILEK” Voraussetzung. Mit der für das “Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept” grundlegenden “Stärken-Schwächen-Analyse des aktuellen Zustandes eines Gemeindeverbundes” verbinden sich nach Heinleins Ausführungen “wertvolle Erkenntnisse für die Gemeinde, die dann wiederum eine verbesserte Basis für politische Entscheidungen darstellen”. Die A-7- Allianz Franken-West sowie die Zenntal-Allianz seien bereits in der Umsetzung.
Nach Beschluss in nichtöffentlicher Sitzung übernimmt die Stadt - vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht - für die Stadtwerke Neustadt/Aisch GmbH eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 500.000 Euro für ein Darlehen zur Finanzierung der Ultrafiltrationsanlage im Wasserhaus im Stadtpark.
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