Unterricht im Feuerwehrhaus

21.02.2013, 19:39 Uhr
Unterricht im Feuerwehrhaus

© Harald Munzinger

So staunten die Mädchen und Jungen, die schon früh am Morgen mit Lehrerin Carolin Weiß das Klassenzimmer mit dem Unterrichtsraum der Feuerwehr tauschten, nicht schlecht, als Maschinist Siegfried Schorner die Drehleiter „endlose“ 30 Meter in die Höhe ausfuhr. Oder als ihnen erklärt wurde, dass im Feuerwehrauto 2000 Liter Wasser mitgeführt werden.

Zum Umgang mit Feuer hatte Carolin Weiß schon mit der Klasse kleine Experimente durchgeführt und das Verhalten bei Feueralarm wird in der Schule geübt. Und so freuten sich Jörg Meyer, Elke Löblein, Siegfried Schorner und Andreas Meyer über eine aufgeschlossene Schulklasse, die schon Notrufe selbst- und auch vollständig absetzen konnte.

Ziel ist, die Angst zu nehmen

Die sei ein ganz wichtiger Punkt der Brandschutzaufklärung, so Jörg Meyer gegenüber „nn-online“, der sich mit seinem Kollegium für die Schulung im Feuerwehrhaus freigenommen hatte. Bei dieser wurde zunächst im Schulungsraum mit einem Film das falsche Verhalten bei einem Christbaumbrand gezeigt und betont, dass es wichtig sei, so schnell wie möglich den Notruf abzusetzen und nicht den Helden bei vergeblichen Löschversuchen zu spielen.

Als besonders wichtig wurde das richtige Verhalten bei Rauchentwicklung erklärt und das Aufsetzen der Fluchthaube (Maske mit Filter) zum Schutz vor sehr gefährlichen Atemgiften demonstriert, vor der ebenso die Angst genommen werden sollte, wie von den „seltsamen“ Geräuschen der Atemschutzgeräte.

Kindergruppe als Einstieg

Ganz praktisch ging es in der großen Halle des Feuerwehrhauses zu, in der die Fahrzeuge stets einsatzbereit und auch alle Ausrüstungsgegenstände der Einsatzkräfte aufbewahrt sind. Die Einkleidung des Feuerwehrmannes wurde gezeigt und auch der Atemschutz demonstriert. Dass die „berühmte Rutschstange“ vermisst wurde, war rasch erklärt, dass diese eigentlich nur bei der Berufsfeuerwehr eingerichtet sei.

Auch Fahrzeugkunde gehörte zu dem spannenden Unterricht vor Ort, bei dem die Kinder feststellen konnten, „dass eine Feuerwehr eigentlich für jede Aufgabe gerüstet und dazu auch noch zu jeder Zeit verfügbar ist“. Und das mit freiwilligen, ehrenamtlichen Einsatzkräften! In einer neuen Kindergruppe kann man übrigens noch mehr in die spannende Materie Feuerwehr „schnuppern“ - und später über die Jugendfeuerwehr in einen sehr wichtigen Dienst für die Gemeinschaft hineinwachsen.

Für die Brandschutzaufklärung auch in den Kindergärten hat Vorsitzender Johann Schmidt mit der Berufsfeuerwehr Nürnberg einen Leitfaden erstellt. Kindergartenleitungen und Elternkreise werden damit ebenso vertraut gemacht. Jörg Meyer im „nn-online“Gespräch: „Uns geht es in erster Linie darum, die Angst bei Ernstfällen zu nehmen und Fehlverhalten zu vermeiden“.

Lautstark auf sich aufmerksam zu machen, statt sich zu verstecken“ ist dabei eine Kernbotschaft. Brandschutzaufklärung sei auch bei Betrieben ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl vorgeschrieben, war am Rande des Schulbesuches im Feuerwehrhaus zu erfahren. Zwei weitere Klassen der „Grundschule Neues Schloss“ sind dazu in der nächsten Woche angemeldet.

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