Uwe Kekeritz kritisiert Agrarprojekt in Afrika
22.02.2015, 12:56 Uhr
Bei 80 Prozent kleinbäuerlichen Strukturen in den von ihm bereisten Ländern Äthiopien, Malawi und Sambia, verfehle ein solches Programm entwicklungspolitische Ziele, erklärte Kekeritz bei der Kreisversammlung der Grünen mit den noch frischen Eindrücken seiner Reise. Auf der wollte er sehen, wie eine Sonderinitiative für eine “Welt ohne Hunger” wirkt, die der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (CSU), für Afrika mit dem Ziel einer Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum fertigen Lebensmittel gestartet hat. 12 Projekte mit Förderungen zwischen 3,5 und 5 Millionen Euro sollten unter anderem dazu beitragen, bestehende Strukturen besser zu vernetzen.
Führungs- und konzeptlose Projekte
Doch vor Ort stieß der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz, Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Entwicklungsausschuss, bei allen Gesprächspartnern auf Ratlosigkeit. Die Projekte seien ihm als “führungs- und konzeptlos” beschrieben worden. Von einer Entwicklungspolitik der 1960er Jahre sei die Rede gewesen. Nun hoffe man auf neue wirkungsvolle Ansätze, da die Projekte vom Ministerium der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit übertragen worden seien.
Überrascht war Kekeritz, dass vom Bundeslandwirtschaftsministerium, "völlig losgelöst" von der engen Zusammenarbeit des Umwelt- und Entwicklungsministeriums ein eigenes Förderprojekt - tituliert als Bildungsprogramm - aufgelegt sei. Ausgebildet würden damit Fahrer von Harvestern (Holzvollerntern) und anderer großer Maschinen, was - so der Grünenpolitiker - nicht im Interesse der Entwicklung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sei, sondern lediglich großer Konzerne wie Bayer oder BASF und deren “Marktausbreitung” diene. Diese aber könnten "Fahrer selbst ausbilden und das nicht vom deutschen Steuerzahler finanzieren lassen".
Nachfrage im Bundeslandwirtschaftsministerium
Den Abgeordneten Kekeritz veranlasste dieses Projekt zur Anfrage im Bundeslandwirtschaftsministerium, in welchen Ländern mit welchen Mitteln und Zielen dieses Förderprogramme durchführe. Zu komplex sei diese Frage, erhielt er nach seiner Schilderung im Kreis nicht minder überraschter Mitglieder die Auskunft, weshalb er die Anfrage auf Sambia beschränkte. Nun sei er auf die Antwort gespannt und würde sich auf "eine direkte Auseinandersetzung auf einem Podium" mit Agrarminister Christian Schmidt freuen.
Dass mit gezielten Projekten und vernünftig ausgegebenem Geld in den afrikanischen Ländern effiziente Hilfe geleistet und den Menschen neue Perspektiven eröffnet werden könnten, stellte Uwe Kekeritz bei seiner Reise jedoch auch fest. In der Landwirtschaft wähnt er ein "Potenzial gigantischen Ausmaßes". Was sicher auch für erneuerbare Energien gelte, der Fokus aber nur auf Uranabbau gerichtet sei - Erfahrungen, die der Abgeordnete in seine entwicklungspolitische Arbeit einbringen kann, weshalb es wichtig sei, sich vor Ort umzusehen. Allerdings nicht wie der Haushaltsausschuss des Bundestags, der wie kein anderer mehr und teurer unterwegs sei - etwa um am Pol in ein Bohrloch zu schauen.
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