KSB kaum in Japan
15.03.2011, 18:13 Uhr
„Die Welt ist überrascht worden“, fasst er den plötzlichen Zweifel an der Sicherheit der Atomkraftwerke zusammen.
Sind KSB-Pumpen auch in den Reaktoren von Fukushima eingesetzt? Nein, antwortet Bingenheimer. Japan sei für die KSB kein wichtiger Markt.
Wenn jetzt das Pendel umschlägt fort von der Kernkraft und hin zu gefahrloser Energiegewinnung, „dann wachsen wir da mit. Aber das Geschäft wird nicht die Dimension erreichen, die es vorher hatte.“
Ullrich Bingenheimer sieht KSB schon in allen alternativen Energiegewinnungen vertreten, „egal wie sie heißen“: In Kohlekraftwerken, in Kombikraftwerken (Gas und Dampf treiben Turbinen an), bei der Windenergie und bei Biogas („das ist noch ein Randthema, aber da sind wir schon sehr gut aufgestellt“).
Dazu kommen Kraftwerke mit Solarthermie. Hier treibt von der Sonne erhitzer Wasserdampf die Turbinen. Entsprechende Kraftwerke in Spanien und Amerika liefern ein Zwölftel Strom der herkömmlichen Atomkraftwerke.
Strom aus Afrika
„Auch Desertec wird ein Thema sein“, so Bingenheimer, also die Herleitung von Energie in der Sahara oder im Gazastreifen.
Neben solarthermischen Kraftwerken sollen hier Photovoltaik und Windparks helfen, die Stromerzeugung und Wasserentsalzung voranzutreiben. Der Strom wird den Eigenbedarf der Wüstenländer decken, aber ab 2020 via Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (bei 15 Prozent Übertragungsverlust) nach Europa geleitet und kann hier 17 Prozent des Bedarfs decken.