Neues Gräberfeld in Muschelform
04.08.2012, 10:16 Uhr
„Wir stellen es unter den Schutz und Segen Gottes“, sagte Konnerth. Klaus Stiegler nannte die neue Bestattungsfläche eine gute Antwort auf die Veränderungen in der Gesellschaft. „Hier ist ein würdiger und schöner Ort entstanden“, so Stiegler. Es
sei nun möglich, Verstorbene „in Würde und wahrhaft menschlich zu bestatten“, ohne damit 15 oder 20 Jahre Grabpflege zu verbinden. Sie kann insbesondere deshalb häufig nicht mehr geleistet werden, weil Kinder oder Enkel der Verstorbenen weggezogen sind.
Das Urnenfeld ist angelegt in Form einer Jakobsmuschel. „Weil wir hier am Jakobsweg liegen“, erklärte Werner Konnerth. Entworfen und gebaut wurde es vom Unterreichenbacher Landschaftsgärtner Gerhard Linke, der insbesondere beim Entwurf vom Kirchenvorstand begleitet wurde. Auf allein seine Idee geht die steinerne Jakobsmuschel am Rand der Wiese zurück. Sie ist gewissermaßen eine verkleinerte Wiedergabe des Gräberfelds und soll die Namen der Verstorbenen in einer Weise aufnehmen, dass ihr exakter Begräbnisort abgebildet wird.
Klaus Stiegler wies darauf hin, dass die Muschel ein altes Pilgersymbol ist. „Auch das Leben ist eine Reise“, zog der Dekan die Parallele. „Eine geistliche Reise, die nicht nur ein Ende hat, sondern ein Ziel: Denn das Leben endet nicht im Grab, sondern in Gottes Ewigkeit“, so Stiegler.
Auch das Holzkreuz am Eingang zum Gräberfeld interpretierte Klaus Stiegler als Symbol der Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Denn es ist gestaltet wie eine Tür. „So steht es für den Durchgang in ein anderes Leben und erinnert uns daran, dass wir getrost und hoffnungsvoll sterben können“, meinte Stiegler. Entworfen und gebaut hat das Kreuz der Oberasbacher Bauunternehmer Wolfgang Lörler.
Für die Stadt Schwabach trat Bürgermeister Roland Oeser (Grüne) ans Mikrofon. Er nannte die Entscheidung für das Gräberfeld „sehr sinnvoll und sehr gut“. Es sei, fügte er hinzu, ein Ort des Innehaltens und der Kontemplation entstanden. Weitere Unterreichenbacher Stadtratsmitglieder waren ebenfalls vertreten. Oesers Fraktionskollegin Karin Holluba-Rau und FDP-Einzelkämpfer Alexander Pühringer. Bestandteil der Kirchengemeinde Unterreichenbach ist auch der Kammersteiner Ortsteil Oberreichenbach, für den Kammersteins stellvertretender Bürgermeister Heinrich Muschweck ein Grußwort sprach.
Auf dem Friedhof der Unterreichenbacher Kirchengmeinde haben bis heute annähernd 500 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden. Das Verhältnis zwischen Erd- und Feuerbestattungen liegt nach offiziellen Schätzungen in dem Schwabacher Stadtteil gegenwärtig noch bei 70 zu 30.
In anderen Teilen Frankens hat sich das bereits umgekehrt. Auf dem städtischen Waldfriedhof finden 50 Prozent aller Begräbnisse noch traditionell statt. Die andere Hälfte sind Urnenbestattungen.
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