Aufbruchstimmung in Buchenbühl
12.08.2010, 18:15 Uhr
"Meine Mannschaft kann sich eigentlich nur selbst schlagen", erklärt Harald Roth. Der Trainer des ASV Buchenbühl ist vom Potenzial seiner offensiv ausgerichteten Mannschaft überzeugt. Nachdem der ASV den direkten Wiederaufstieg in der vergangenen Spielzeit knapp verpasste, soll es diesmal mit der Meisterschaft klappen. Dafür haben sich die Buchenbühler mit namhaften Neuzugängen verstärkt.
Neben Mittelfeldass Denis Tomic (SG Quelle Fürth II) sorgt vor allem die Rückkehr von Mittelfeldstratege Benjamin Taft (FC Schnaittach) sowie Stürmer Michael Jung (ASV Forth), dem Harald Roth ohne weiteres 40 Tore zutraut, für Optimismus im Lager des Traditionsvereins. "Wer in der A-Klasse nicht aufsteigen will, sollte das Fußballspielen lieber gleich sein lassen", konstatiert der Landesligaerfahrene Angreifer Jung, für den das Erreichen der Kreisklasse oberste Priorität genießt.
Langfristig darf es aber gerne mehr sein: "Ich will den ASV wieder in die Kreisliga führen", sagt der 26-Jährige, der Coach Harald Roth künftig als spielender Co-Trainer zur Seite steht. Dass sich Jung - einst beim Landesligisten TSV Neustadt/Aisch auf Torejagd - nun in die Niederungen der A-Klasse begibt, ist eine Herzensangelegenheit. "Die Bindung war immer da", sagt Jung und gesteht: "Es hat schon wehgetan zu sehen, wie es mit dem Verein immer weiter runterging."
Tatsächlich hatte der ASV den Begriff Fahrstuhlmannschaft nahezu perfektioniert. Als Kreisklassenmeister stieg Buchenbühl in der Kreisligasaison 2006/2007 sang- und klanglos wieder ab. Unter dem Kommando von Harald Roth spielte der ASV zwar prompt wieder um den Aufstieg, scheiterte im Entscheidungsspiel um Platz zwei aber mit 2:3 am ESV Flügelrad. Von nun an blieb es stets spannend bis zum - meist bitteren - Ende. Auch im nächsten Jahr fand sich Roths Truppe in der Relegation wieder, diesmal allerdings gegen den Abstieg. In vier Partien mussten die tapfer kämpfenden Buchenbühler gleich dreimal in die Verlängerung, allein es half nichts. Nach der 1:2-Niederlage gegen den SV Pfeil Burk musste der ASV den bitteren Gang in die A-Klasse antreten.
Den Traum vom direkten Wiederaufstieg mussten die Buchenbühler im vergangenen Juni, wie sollte es anders sein, in der Relegation begraben. "Da haben wir einen ganz schlechten Tag erwischt. Die Enttäuschung war riesengroß", denkt Roth mit Unbehagen an das 0:2 gegen den späteren Aufsteiger TSV Fischbach zurück.
Zweifel am Aufstieg plagten Roth schon zur Winterpause. "Ich habe schon gespürt, dass es so nicht weitergehen würde. Es wurde immer enger und hat oft gerade noch so gereicht", sinniert Roth. "In den letzten vier Wochen haben wir uns die Arbeit einer ganzen Saison kaputtgemacht", ärgert sich der Coach vor allem über das 2:2 gegen die SpVgg Mögeldorf: "Da haben wir in der 92. Minute den Ausgleich kassiert." Dass folglich die DJK Falke die Meisterschaft errang, gegen die der ASV auch seine einzige Saisonniederlage kassierte, erkennt der 60-Jährige aber neidlos an: "Falke hat es sich vor allem aufgrund der Rückrunde völlig verdient."
Roth machte vor allem sein dünner Kader zu schaffen: "Ich hatte kaum Chancen, die Spieler zu disziplinieren." Verletzten sich zwei oder drei Akteure, stellte sich die Mannschaft faktisch von selbst auf. Die neue Rückwechselregel kommt dem Coach also gerade recht: "Da kann man einen Spieler auch mal rausnehmen und ihm zeigen, dass es so nicht geht."
Mit personellen Problemen soll dank der hervorragenden Arbeit des Abteilungsleiters Christian Löhner ohnehin Schluss sein. "Er hat einen großen Anteil am neuen Kader", lobt Roth den 28-Jährigen. Trotz des Abgangs von Onur Bektas sowie weiterer wichtiger Leistungsträger - Ramazan Ulusoy, Bahadir Sahan und Kamil Arslan wechselten zum Rivalen Dergahspor II - steht dem 1925 gegründeten Klub eine rosige Zukunft bevor.
"Nächstes Jahr kommt eine Reihe an jungen Spielern hinzu", erklärt Trainer Roth, der schon in der Vorbereitung fünf nominelle A-Junioren auf die A-Klasse einstimmte. Mit Torhüter Thomas Basel sowie Stefan Lemmen, Max Beu, Tim Bauer und Alexander "Knut" Wehfritz kann Roth auf fünf Nachwuchskräfte zurückgreifen, die sich seit frühester Kindheit kennen und gemeinsam zu Beginn der B-Jugend von Heroldsberg nach Buchenbühl wechselten.
Zudem konnte der ASV das erfolgreiche Sturmduo Michael Brandl und Francesco Lagano (30/36 Tore) halten, auch wenn Roth Brandl künftig eher in der Rolle des "Sechsers" sieht und sich Lagano, der unter der Woche nicht mehrfach trainieren kann, erst wieder beweisen muss.
Zum Auftakt betrieb aber nicht nur Lagano mit drei Treffern Werbung in eigener Sache, auch Michael Jung schlug gleich fünfmal zu. 14:0 hieß es am Ende gegen den SV Jehona II, der zu Beginn nur acht, nach zwanzig Minuten immerhin zehn Akteure aufbieten konnte. Die nächsten Wochen werden nun zeigen, ob Buchenbühl den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Am Sonntag wartet mit dem SC Germania II ein Verein, den Roth neben der SpVgg Mögeldorf und Dergahspor II zu den Favoriten zählt.