Leiche lag im Wöhrder See
08.02.2008, 00:00 Uhr
Vieles spricht dafür, dass Basting bereits am 9. Januar kurz nach den Schüssen in der Haimendorfer Straße Selbstmord verübt hat. Die Kripo geht derzeit davon aus, dass er von der Gustav-Heinemann-Brücke in den Wöhrder See sprang. Anzeichen für eine Beteiligung Dritter an dem Tod des 54-Jährigen gebe es bislang nicht, so die Polizei.
Schon am Tag nach der Tat (die NZ berichtete mehrfach) war die Polizei von einem Freitod Bastings ausgegangen. Trotz mehrerer Suchaktionen mit Leichensuchhunden und Polizeitauchern gab es zunächst keine Spur - sehr wahrscheinlich, weil der Leichnam in dem sehr kalten Wasser nur sehr langsam verweste. Das wärmere Wetter der letzten Tage veranlasste die Polizei gestern dazu, eine weitere Aktion anzusetzen.
Ab 7.30 Uhr früh suchten Polizei-Hundeführer mit fünf Leichensuchhunden in Booten den Bereich um die Gustav-Heinemann-Brücke ab. Die Hunde können selbst feine Spuren von Verwesungsgasen wittern, die aus dem Wasser aufsteigen. Diensthund Gero aus Schweinfurt schlug gegen 9.15 Uhr unterhalb der Gustav-Heinemann-Brücke an. Mit Paddeln sondierten die Hundeführer dort das schlammig-trübe Wasser - und stießen auf den Körper Rudolf Bastings, der knapp unter der Wasseroberfläche trieb.
Die Leiche war nach Polizeiangaben mit einer Jeans und einem grünen Sweatshirt bekleidet, genau so, wie Basting unmittelbar nach den Schüssen in seinem silbernen Ford Mondeo zum Wöhrder See geflüchtet war. In den Taschen befand sich der Autoschlüssel, der Geldbeutel sowie der Personalausweis des 54-Jährigen. Denn Pass hatte er bei seiner Flucht im Haus zurückgelassen.
Mit mehreren Schüssen aus einem alten Kleinkalibergewehr hatte Basting am 9. Januar seine ehemalige Freundin niedergestreckt. Auslöser der Tat könnte eine Eifersuchtsszene der 47 Jahre alte Rumänin gewesen sein. Mit ihr hatte der leitende Telekom-Angestellte einige Zeit in seinem Siedlerhaus an der Haimendorfer Straße zusammengelebt, sich aber wohl um Silvester 2007 herum von ihr getrennt.
Die 47-Jährige weigerte sich offenbar, aus dem ersten Obergeschoss des Hauses auszuziehen, obwohl die neue Freundin Bastings (52) bereits im Erdgeschoss eingezogen war. Nachbarn gegenüber hatte der 54-Jährige jedenfalls kurz vor der Tat erzählt, er wolle gegen seine Ex-Freundin eine Räumungsklage anstrengen.
Dazu kam es nicht mehr. Gegen 17.45 Uhr an jenem Mittwoch muss Basting im 1. Stock des Hauses auf die Rumänin geschossen haben. Die lebensgefährlich verletzte Frau rettete sich in den Vorgarten und rief dort um Hilfe. Nachbarn alarmierten die Polizei, Basting floh in seinem Ford zum Wöhrder See. Der letzte Schritt dürfte eine Kurzschlussreaktion gewesen sein. Tilmann Grewe
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