Wieder ein Delfinbaby gestorben
27.06.2007, 00:00 Uhr Das Delfinkalb kam am Montag um 22.34 Uhr zur Welt. Zwar kümmerte sich die Mutter sofort um den Nachwuchs und begleitete ihn ständig. Dennoch kam es nicht zur Mutter-Kalb-Bindung, die sich im typischen Synchronschwimmen beider Tiere ausdrückt. Der Grund dafür ist wahrscheinlich in der Unerfahrenheit der Mutter zu suchen. Das Kalb starb bereits eine Stunde nach der Geburt.
Unerwartet kam der Tod des Delfinbabys für den Tiergarten allerdings nicht. Erfahrungsgemäß sind Erstgebärende nicht in der Lage, ihr Junges auf Anhieb zu versorgen. Jenny ist das vorletzte Delfinweibchen im Tiergartenbestand, das jetzt diese Erfahrung machen musste.
Bei der Sektion ergab sich als Grund für den überraschend schnellen Tod eine Muskeldegeneration. Die Ergebnisse der histologischen Untersuchungen werden wahrscheinlich erst in einer Woche vorliegen.
Studie soll Aufschluss geben
Wie der Tiergarten mitteilte, wird auch dieser neuerliche Todesfall in die Studie mit aufgenommen, an der der Tiergarten zusammen mit dem Institut für Zoo- und Wildtierforschung arbeitet. Vor zwei Wochen war erst ein Delfinbaby im Nürnberger Tiergarten gestorben. Damit starben dort seit 1998 insgesamt acht junge Delfine.
In der Analyse sollen die Daten aller Todes- und Überlebensfälle erfasst werden. So erhofft man sich Aufschluss darüber, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um langfristig Große Tümmler in zoologischen Gärten halten zu können.
Schon im Vorfeld der letzten Geburt hat der Tiergarten seinen Gesundheitscheck um kardiologische Untersuchungen durch den anerkannten Tierkardiologen Stefan Miedler aus Wien erweitert. Dadurch sollen gesundheitliche Schäden, die durch Viren oder Bakterien ausgelöst wurden, untersucht werden.
Trotz des erneuten Rückschlags soll am Bau der Lagune festgehalten werden. «Wir sind davon überzeugt, dass die Lebensbedingungen für unsere acht Delfine verbessert werden müssen», sagt Tiergartendirektor Dag Encke und fügt hinzu: «Die DelfinLagune ist nach unserer Meinung und der Auffassung der konsultierten externen Experten der einzig richtige Weg, um für unsere Delfine ein optimiertes Management zu erreichen.»
Ähnlich äußerte sich auch Bürgermeister Horst Förther, der die Delfinhaltung des Tiergartens durch den Bau der Lagune endlich wieder «in die Erfolgsspur» bringen will. vip
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