Menschen retten in zweieinhalb Minuten

27.11.2013, 10:00 Uhr
Menschen retten in zweieinhalb Minuten

© Max Schwarzmann

„Dum-my Crew! Dum-my Crew!“, laute Anfeuerungsrufe schallen durch den Hörsaal der Nürnberger Ohm-Hochschule. Zwei Mitglieder des Teams „Dummy Crew“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Röthenbach drücken nervös auf die Knöpfe an ihrem Roboter. Dieser steht im Startfeld eines etwa einmal zwei Meter großen Robo-Game-Tisches.
 

Darauf befinden sich Hindernisse und verschiedene Bauten aus Lego: Kleine Männchen, Häuser, Lkw und sogar Lego-Tiere bevölkern das Spielfeld. Und schon ruft der Moderator: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Sofort fährt der kleine Lego-Roboter der „Dummy Crew“ los.

Zweieinhalb Minuten hat das Team Zeit, um den Roboter auf beliebig viele Fahrten loszuschicken. Dabei soll er möglichst viele Aufgaben absolvieren und dadurch Punkte sammeln. Welches Team nach den drei Vorrunden die meisten Punkte hat, kommt ins Robo-Game-Viertelfinale.

20 Gymnasien und Realschulen aus Nürnberg und Umgebung nehmen an der First Lego League 2013 teil, die unter dem Motto „Nature’s Fury – Vorbereiten, Reagieren, Retten“ stattfindet. Die Aufgaben des Robo-Games, das einen Teil des Wettbewerbs ausmacht, drehen sich deshalb darum, Naturkatastrophen zu bewältigen.

Vor dem Robo-Game mussten die Teams bereits ihr Können in einer Teamwork-Aufgabe zeigen und eine Präsentation zu einer eigenen Forschungsarbeit halten. Zudem wurden sie für das Design ihres Roboters bewertet. Nur wer am Ende in allen Disziplinen punktet, kann Gesamtsieger werden.

Menschen retten in zweieinhalb Minuten

© Schwarzmann

Dario, Jonas und Tobias vom Team „Robonator“ des Wendelsteiner Gymnasiums haben schon die ersten beiden Runden des Robo-Games hinter sich. „Die erste Runde lief leider grottenschlecht! Die zweite war besser, aber in der dritten müssen wir auf Risiko gehen, um noch ins Viertelfinale zu kommen“, erklärt Jonas.

Schüler gehen auf Risiko

Risiko bedeutet, dass die Jungs den Roboter eher unsichere Manöver durchführen lassen, die zwar, wenn sie funktionieren, viele Punkte bringen, aber auch leicht schiefgehen können. Die „Robonators“ starten gut in die dritte Runde. Ihr Roboter schiebt den Krankenwagen wie gewünscht in die gelbe Spielfeld-Zone, doch dann verhakt er sich und zieht den Krankenwagen wieder mit zurück. Das gibt leider keine Punkte!

Die Jungs aus Wendelstein, allesamt in der 6. bis 8. Klasse, haben viel gewagt und leider verloren. Am Ende schaffen sie es mit ihrem Roboter, an dem sie über ein halbes Jahr lang gebaut haben, nicht ins Robo-Game-Viertelfinale. Die anfängliche Enttäuschung darüber wird aber schnell vom Sportsgeist besiegt. Die Viertelfinal-Läufe verfolgen die „Robonators“ schon wieder gespannt von den ersten Reihen des Hörsaals aus mit.

Die „Dummy Crew“ hingegen hat es bis ins Viertelfinale geschafft, scheidet dort aber leider gegen Teams mit deutlich älteren Teilnehmern aus. Weil sie aber in den anderen Disziplinen gute Leistungen erbracht haben, belegen sie in der Gesamtwertung den 2. Platz. Sie dürfen in die nächste Runde, die bayernweite First Lego League, einziehen – genauso wie die Drittplatzierten aus Cham. Dort treffen beide auf den Sieger des Tages: das Team „RoboBBS“ der Nürnberger BertoltBrecht-Schule.

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