Tolle Auszeichnungen für Studenten der TH
28.06.2016, 10:00 UhrEine Stadt von oben? Oder eine Schaltplatine in Nahaufnahme? Eine Ansammlung von alten HiFi-Anlagen? Oder eine Mischung aus alledem? Egal, es wirkt täuschend echt. Und vor allem: Der Blick des Betrachters bleibt hängen.
Das ist die Kunst beim Computer Generated Imagery (CGI): Keiner weiß: Was ist echt, was ist künstlich vom Comuter erschaffen? CGI ist eine Ausbildungsrichtung an der Technischen Hochschule (TH) Nürnberg. Und mit Anselm Franke hat jetzt ein TH-Student den begehrten CGI Award in der Kategorie „Students Award“ bekommen. Sein Werk, das eine nicht näher definierte künstliche Welt darstellen soll, wurde auf dem International CGI Congress in Hamburg unter 1000 Einsendungen zum Sieger erklärt.
„Ich wollte nicht nur Dinge nachbauen“, sagt er, „sondern auch Neues gestalten“, erklärt der Student, der sich erst kurzfristig dazu entschied, seine Arbeit zum Thema Technik beim CGI Congress anzumelden. „Die schönste Erfahrung dabei war, zu merken, dass meine Arbeit in einem professionellen Gremium Anklang findet und gewürdigt wird.“
Denn seine Arbeit war schon unter 600 internationalen Einsendungen in der Profi-Kategorie für einen Preis vorgemerkt, als man den Irrtum bemerkte. So wurde Anselm zum Sieger in der Kategorie Studierende. Durch den International CGI Award ist er nun auch im Katalog der 200 besten Digital Artists weltweit vertreten.
Computer Generated Imagery (CGI) verbindet klassische Fotografie mit modernen 3D-Darstellungsverfahren und wird häufig in der werblichen Kommunikation eingesetzt, beispielsweise in der Automobilindustrie.
Die CGI-Ausbildung an der TH Nürnberg gilt als bundesweit einmalig: „Wir wollen unsere Studierenden mit künstlerischen Mitteln anwendungsorientiert ausbilden“, erläutert Prof. Michael Jostmeier, Dekan der Fakultät für Design, „und wir wollen unsere Studierenden befähigen, konzeptorientiert in umfassenderen Zusammenhängen zu denken und sich konstruktiver Kritik zu stellen.“
Rückenwind haben auch andere Studierende aus dem Bereich CGI bekommen: Jostmeier reiste zusammen mit 23 Studierenden aus der Fakultät Design zum CGI Congress an. „Dort trifft sich alles, was Rang und Namen hat“, erklärt er. Das Spektrum der Unternehmen reicht von Hugo Boss über Autobauer wie Daimler-Benz oder VW bis Sportartikel- und Hardware-Industrie. „Der Kongress“, sagt Jostmeier, „ist eine gigantische Jobbörse, und meine Studierenden haben viele Angebote bekommen.“
Gut für die Karriere
Einen tollen Sprung in ihrer Karriere haben auch Film-Studierende der TH Nürnberg gemacht. Sie konnten sich einen „Eyes & Ears Junior Highlights New Talents Award“ und einen „We Love Design Award“ holen.
Bei der „Eyes & Ears of Europe Conference“ wurde der Animationsfilm „Rouff“ als Sieger prämiert. Der Jury gefiel die Verbindung aus Handzeichnung und Computeranimation ebenso wie die zauberhafte Geschichte über Freundschaft und Anderssein.
Im Mittelpunkt des Films steht ein dreibeiniger Hund. Er „lebt“ auf der Papieroberfläche seines computeranimierten Gefährten und möchte unbedingt an einen Stift kommen, um sich sein fehlendes Bein zu malen.
Verantwortlich für das Projekt ist das Regie- und Drehbuch-Team Wildboar mit Benjamin Brand, Johannes Engelhardt, Markus Eschrich, Johannes Lumer und Julius Rosen. Tatjana Thüring und Sathya Schlösser unterstützen das Team in der 2D-Animation. Für das Sound Design zeichnet Steve Wühr verantwortlich, Martina Eisenreich wird den Film vertonen.
Der Abschlussfilm „Rouff“ erhielt außerdem als erster Film der TH Nürnberg im Bereich „Anderer Nachwuchs“ die maximale Fördersumme des Film-Fernseh-Fonds Bayern in Höhe von 15 000 Euro. Der zweite Erfolg: Sechs Monate lang arbeitete das Team aus den fünf Studierenden Ekaterina Dorokhova, Sarah Gundlach, Philipp Hertel, Katrin Mader und Sylvia Unglaub an dem Animationsfilm „The Dead Circus“.
Beim „We Love Design“-Wettbewerb für Nachwuchsdesignerinnen und -designer holten sie den Sieg in der Kategorie „Communication Design Student“. Der Wettbewerb wurde dieses Jahr erstmalig von ProSieben, stilwerk und InStyle veranstaltet.
In „The Dead Circus“ sucht das Mädchen Daphne im Totenreich nach ihrem Großvater. Sie baut einen Wanderzirkus auf, weil sie hofft, dass ihr Großvater in schöner Erinnerung an die zahlreichen Zirkusbesuche zu einer Vorstellung kommt.
„Die Erfolge zeigen“, sagt der Film-Professor Jürgen Schopper: „Innovative Ideen, ein künstlerisch starkes Konzept, leidenschaftliches Engagement und handwerkliches Können zahlen sich aus!“
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