Cyberkriminalität
Kinderschützer zu Pädokriminellen: Missbrauch oft zu Hause
03.04.2025, 09:06 Uhr
Pädokriminelle Täter kommen nach Beschreibung des Kinderschutzbundes mitten aus der Gesellschaft. „Das ist so eine ganz große Breite der Gesellschaft, das ist nicht irgendwie so dunkel, wie man sich das vielleicht so vorstellt“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, Daniel Grein, im ZDF-„Morgenmagazin“ mit Blick auf die ausgehobene Darknet-Plattform „Kidflix“. „Das sind Familienväter, das sind junge Menschen, alte Menschen, wie Missbrauchsgeschehen allgemein: Das lässt sich weder an der gesellschaftlichen Schicht noch an irgendetwas anderem festmachen.“ Es sei „mittendrin in unserer Gesellschaft“.
Ermittlern aus 38 Ländern war zuvor der europaweit bislang größte Schlag gegen Kinderpornografie gelungen. Sie konnten die Darknet-Plattform abschalten, die im Zeitraum der Ermittlungen von rund 1,8 Millionen Menschen genutzt wurde, um sich Fotos und Videos von teils schwerem sexuellem Kindesmissbrauch anzuschauen. Rund 1.400 Verdächtige konnten bislang identifiziert werden, 79 Menschen wurden insgesamt festgenommen, wie das federführende Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) in München mitteilte.
Personen, die das Vertrauen der Kinder haben
Grein vom Kinderschutzbund sagte: „Der Missbrauch passiert häufig zu Hause, im räumlichen Nahraum von Kindern, wie Missbrauch allgemein.“ Kinder würden in der Regel nicht entführt und gefangengehalten - sondern es sei Missbrauch von Personen, die das Vertrauen der Kinder hätten.
Die Ermittler beschlagnahmten Tausende elektronische Geräte und Speichermedien, die zum Großteil nun noch ausgewertet werden müssen. Die Verdächtigen sollen nicht nur Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angeschaut oder heruntergeladen haben - einige von ihnen werden auch verdächtigt, selbst Kinder aktiv missbraucht zu haben.