Wintersport

Ski in den Mai - Liftbetreiber: Beste Saison seit Corona

05.04.2025, 04:32 Uhr
Wintersportler können an der Zugspitze noch bis Anfang Mai ihre Schwünge ziehen. (Archivbild)

© Angelika Warmuth/dpa Wintersportler können an der Zugspitze noch bis Anfang Mai ihre Schwünge ziehen. (Archivbild)

Sonne satt, 20 Grad im Tal - und immer noch ziehen Wintersportler in Bayern ihre Schwünge. An der Zugspitze und am Nebelhorn bei Oberstdorf läuft die Saison weiter bis Anfang Mai. Vor wenigen Tagen gab es am Zugspitzplatt sogar frischen Pulverschnee - während es im Tal regnete. 

Die meisten Gebiete in Bayern, darunter Brauneck, Sudelfeld und Spitzingsee und Großer Arber, haben hingegen Ende März den Betrieb eingestellt. Die Osterferien können sie nicht mitnehmen - zu spät dieses Jahr.

Bester Winter seit Corona

Dennoch sind die Liftbetreiber höchst zufrieden. „In Summe war es für deutsche Wintersportgebiete der beste Winter seit Corona“, teilt der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) mit. Frühe Schneefälle, anhaltende Kälteperioden und Sonnenschein sorgten demnach in den deutschen Wintersportgebieten für gute Pistenbedingungen. Besonders in den Weihnachts- und Faschingsferien seien viele Besucher gekommen.

Im Vergleich zum Vorjahr seien vielerorts mehr Gäste gekommen. Das zeige, dass die Nachfrage nach Wintersport ungebrochen sei. Man freue sich über die Begeisterung - und darüber, „auch durch technische Beschneiung Schnee- und Buchungssicherheit bieten zu können“, sagt VDS-Geschäftsführerin Birgit Priesnitz.

Talabfahrt bis zum Ende der Saison 

Von einem definitiv erfolgreichen Winter ist auch bei der Bayerischen Zugspitzbahn die Rede. „Im Gegensatz zum letzten Winter sind wir mit der Schneelage sehr zufrieden gewesen“, sagt Sprecherin Verena Tanzer. Im Gebiet Garmisch-Classic gab es bis zum Betriebsende am 30. März mindestens eine Talabfahrt, die höhergelegenen Lifte waren allesamt ohne Unterbrechungen im Betrieb.

An der Zugspitze sollen die Lifte bis 4. Mai fahren. „Die Schneelage ist grad super“, sagt Tanzer. „Schneefall tut uns immer gut auf der Zugspitze.“ Denn besorgt blickt man hier auf den Nördlichen Schneeferner, der als einer von vier verbliebenen deutschen Gletschern unaufhaltsam schwindet. Je länger der Schnee vom Winter liegen bleibt, desto länger ist das Eis im Sommer geschützt.

Gletscherschmelze mit Folgen für den Skibetrieb

Der Schwund des einstmals ewigen Eises wirkt sich auch auf den Skibetrieb aus. Der Plattlift konnte erstmals den ganzen Winter über nicht fahren. Denn durch das Abschmelzen des Gletschers ist der Ausstieg des Lifts zu steil geworden für die Skifahrer.

Auch die Abfahrt hat sich verändert. Früher war sie sehr flach und leicht, weil der Rücken des Gletschers kaum Gefälle hatte. Die damals als leicht eingestufte „blaue“ Piste würde nun im oberen Teil als schwer - schwarz - klassifiziert.

Am Skigebiet Sudelfeld sind die Schneekanonen außer Betrieb, von der Piste sind nur Schneereste übrig.

Am Skigebiet Sudelfeld sind die Schneekanonen außer Betrieb, von der Piste sind nur Schneereste übrig. © Sabine Dobel/dpa

Weiße Bänder in grüner Landschaft: Wo die Pisten beschneit wurden, halten sich bis zuletzt Schneereste.

Weiße Bänder in grüner Landschaft: Wo die Pisten beschneit wurden, halten sich bis zuletzt Schneereste. © Sabine Dobel/dpa