Schlechtes Wetter erwünscht
Staatsforsten: Zu wenig Regen für die Wälder
06.04.2025, 04:32 Uhr
Bayerns Förster hoffen nach zwei sehr trockenen Monaten auf ergiebigen Frühjahrsregen. Im Februar und März sind zum Teil 80 Prozent weniger Niederschlag gemessen worden als im langjährigen Mittel von 1961 bis 1990, wie ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten sagte. Um gedeihen zu können, sind Bäume auf ausreichende Feuchtigkeit angewiesen, und unter Wasserknappheit leidet auch die Abwehrkraft gegen Schädlinge: „Eine gute Wasserversorgung der Fichten ist das A und O für deren Widerstandskraft gegen die Angriffe von Borkenkäfern.“
Ohne Regen wird der Boden bald zu trocken
Die Insekten können bei massenhaftem Befall Fichtenwälder schwer in Mitleidenschaft ziehen und die Nadelbäume in vergleichsweise kurzer Zeit zum Absterben bringen. Nach Daten der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft ist die Wasserversorgung in Bayerns Böden zwar derzeit noch großenteils ausreichend. „Aber damit das so bleibt, brauchen wir dringend wieder Niederschläge“, sagte der Sprecher. „Insofern wünschen wir Forstleute uns eine ähnliche Entwicklung wie im letzten Jahr: da gab es vor allem im Mai und Juni ergiebige Niederschläge.“ Die Staatsforsten sind mit 8000 Quadratkilometer Fläche der größte Forstbetrieb in Deutschland.
Erste Käfergeneration bald startbereit
Alljährlich fliegt die jeweils erste Borkenkäfergeneration im Frühjahr aus. Der Beginn der Schwärmflüge sei von Temperatur und Tageslänge abhängig, sagte der Sprecher. „Die Käfer werden ab ca. 16,5° C und einer Tageslichtlänge von 14 Stunden aktiv.“ Im vergangenen Jahr war es bereits Anfang April so warm, dass die Käfer schwärmen konnten. Insofern sind die Förster erst einmal froh über den erwarteten Temperatursturz.
Population derzeit vergleichsweise niedrig
Grundsätzlich ist die Ausgangslage demnach in diesem Jahr günstig: Borkenkäfer haben es gerne warm und trocken, das vergangene Jahr war vergleichsweise regnerisch und von daher ungünstig für die Vermehrung. „Wir konnten die Schadholzmengen im Vergleich zum Vorjahr drastisch reduzieren“, sagte der Sprecher. „Dadurch und mit unserem Engagement im Herbst und Winter konnten wir die Ausgangspopulation an Borkenkäfern für das Jahr 2025 deutlich absenken.“
Suche nach den „Käferbäumen“
Die Staatsforsten hatten in Kooperation mit dem Waldbesitzerverband, der Forstverwaltung und dem Verband Familienbetriebe Land und Forst eine Kampagne unter dem Motto „Sauber durch den Winter“ gestartet. Ziel war, möglichst sämtliche Käferbäume zu finden und aus den Wäldern zu schaffen. „Das ist enorm wichtig, da die Borkenkäfer zu einem großen Teil unter der Rinde der Bäume und nicht im Boden überwintern“, sagte der Sprecher. „Oft zeigen sich solche Überwinterungsbäume erst nach strengen Frostnächten. Dann muss man wieder aktiv werden.“