Riesiger Andrang beim 37. Weinturm Open Air
11.08.2014, 10:25 Uhr
Denn 2500 der Weinturm-Besucher hatten eine Drei-Tages-Karte. Bei "tollem Wetter" genossen sie die Bands verschiedener Musikrichtungen. Es wurde getanzt, gelacht und auch mal im Schatten entspannt.
Dies ermöglichten am gesamten Wochenende etwa 150 Ehrenamtliche. Die Einteilung der vielen freiwilligen Helfer haben heuer zum ersten Mal Lukas Reeg und Martin Bauer übernommen. "Es war spannend, wir standen da wie der Ochs vorm Berg", erzählt der 27-jährige Martin Bauer. Eva Trenz hatte die Einteilung vorher gemacht, sie hat aus beruflichen Gründen jetzt aber nicht mehr genügend Zeit. Dennoch hat sie die beiden jungen Männer begleitet. "Das ist das, was das Festival ausmacht: Es beruht darauf, dass einem jemand zur Seite springt, wenn es Not tut", sagt Bauer.
Die bewährten Ehrenamtlichen wurden per E-Mail angeschrieben, wer nicht reagierte, wurde angerufen. Dann folgte die Einteilung: Ausschank, Einlass, Technik, Backstage, Catering, Platzkontrollen und viele Bereiche mehr galt es zu besetzen. "Es gibt vielfältige Aufgaben", sagt Bauer. Gearbeitet wird in Drei-Stunden-Schichten, dann hat jeder erstmal wieder Pause. Im Durchschnitt arbeite jeder Helfer eine Schicht am Freitag und je zwei am Samstag und Sonntag.
Wünsche erfüllen
Dabei werde versucht, die einzelnen Freundeskreise der Helfer gemeinsam einzuteilen. Es sei für viele das einzige Mal im Jahr, dass sie sich treffen, erzählt Bauer. Und wer mit Freunden da sei, solle auch mit diesen Schicht und Pause haben. Denn auf dem Festival gehe es um Arbeit und Spaß. "Wir versuchen es zu berücksichtigen, wenn jemand eine Band unbedingt sehen möchte", sagt Bauer. Immer funktioniere dies aber nicht, bekennen die beiden Planer. Denn die Einteilung ist komplex.
Der IT-erfahrene Lukas Reeg hatte eigens ein Computer-Programm dafür geschrieben. Seit Anfang Juni hat er sich intensiv damit beschäftigt. Um die Einteilung an sich haben sich beide dann ab Juli gekümmert.
"Eine neue Generation", sagt Andreas Weidemann vom Jugend- und Kulturförderverein, der das Open Air veranstaltet. Denn in diesem Jahr waren erstmals Computer mit auf dem Plateau. So könne flexibel auf Änderungen reagiert werden, sagt Bauer. Denn es komme immer mal zu einem Ausfall wegen Krankheit. Oder weil in der Vorplanung etwas schief gegangen sei, gibt der 27-Jährige zu. "Unser Masterplan funktioniert nicht zu 100 Prozent", sagt er und lacht. "Wir haben gemerkt, was wir besser machen können."
In den vergangenen zwei bis drei Wochen hat sich Bauer jeden Abend mit der Helfereinteilung und dem Festival beschäftigt, seit Montag eigentlich rund um die Uhr. "Nachts habe ich nie länger als vier Stunden geschlafen", erzählt er - aber er sei auch ein bisschen Ansprechpartner für alles und habe die Info-Hotline betreut. "Es gibt wenige, die sich nur um eine Sache kümmern", sagt er.
"Eine riesige Familie"
Außerdem gebe es viel Hilfsbereitschaft im Team und ein großes Entgegenkommen. "Die Leute, die hier mithelfen, haben eine hohe Arbeitsmoral und tun es aus idealistischen Gründen", sagt Bauer. Viele sind seit Langem dabei, er selbst seit vier oder fünf Jahren, erzählt der 27-Jährige. Die Weinturm-Helfergemeinschaft ist eine große Familie, verschiedene Generationen arbeiten zusammen, es gebe auch richtige "Dynastien", die dabei sind, sagt Bauer. Und jeder könne sich einbringen, auch Kinder und Jugendliche.
"Wir sind wie eine riesige Familie", sagt Doro Gehrmann. Sie und ihr Mann Thomas sind seit Jahrzehnten beim Festival aktiv. Auch ihre Kinder helfen, erzählt Doro Gehrmann, die im Vorbereitungsteam ist und am Wochenende als Springerin Dienst tat. Ihr Mann kümmerte sich um die Kleinturmbühne. Die Motivation des Paares: "Weil’s Spaß macht."
Gleiches gilt für Christa und Thomas Schneider, die seit etwa zwölf Jahren zum Helferteam gehören. "Es ist einfach genial, ein super Festival", sagt Christa Schneider. Eines hat ihr heuer nicht so viel Spaß gemacht: Dass sie bei ihrer Schicht an der Kasse am Samstag so viele Leute ohne Karten wegschicken musste. Für beide Paare ist klar: Sie werden nächstes Jahr wieder dabei sein.
Keine Kommentare
Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich vorher registrieren.
0/1000 Zeichen