»Rädli« bleibt ein Erfolgsmodell
03.05.2010, 00:00 Uhr
Petra Mucha kniet am Boden und hämmert. »Das wird ein Nistkasten«, sagt sie. Daneben hockt ihre fünfjährige Tochter Sarah, sie trägt einen rosafarbenen Lillyfee-Helm. Die beiden haben gerade Station 5 erreicht, hier informiert der Landesbund für Vogelschutz. »Wir fahren nur ein bisschen rum«, erklärt Mucha. Eine feste Route habe sie nicht geplant, es hänge auch ein bisschen von ihrer Sarah ab, wie lang sie heute radeln. Dabei kann die Fünfjährige sogar schon »im Stehen Fahrradfahren«, wie sie stolz erzählt.
Ein paar Meter weiter stellt sich das Amt für Umweltschutz vor. Wem das Fahrradfahren zu anstrengend wird, der kann hier eine bequemere Alternative ausprobieren: Ein Elektro-Rad mit komfortablem Sitz und drei Rädern.
Kniffliger Rädli-Quiz
Im Pavillon gegenüber stehen Lisa und Nikola, ihre Köpfe gebeugt über das Rädli-Quiz und rätseln. »Ich glaube, einen Schluckspecht gibt es gar nicht«, meint die zwölfjährige Lisa. Sie setzt das Häkchen bei der Frage, welcher Vogel schon einmal Vogel des Jahres war, zu Recht lieber an anderer Stelle.
Mindestens 15 Stationen mussten die Rädli-Teilnehmer besuchen, um die Lösung für das Quiz herauszufinden. Noch am gleichen Tag verlosten die Veranstalter bei einer Tombola rund 70 Gewinne - darunter ein Fahrrad im Wert von 500 Euro, jede Menge Zubehör wie Flickzeug und Helme, eine Wii-Konsole und Heißluftballon-Fahrten.
»Für die Kinder sind die Preise ein schöner Anreiz«, findet Marco Glasmacher, der heute mit Freundin und beiden Söhnen unterwegs ist. Sie wollen nur die Stationen abklappern, die für das Gewinnspiel nötig sind, keine komplette Route fahren. Die Rädli-Veranstalter schlagen drei mögliche, verkehrsarme Routen vor, die zwischen 25 und 38 Kilometer lang sind.
»Da hätte ich gern eine kleine Gegenleistung«, sagt eine Frau am Rathausplatz bei dem Stand der Kinderstube. Ein Mann hatte sie gerade nach der richtigen Rätsel-Antwort gefragt. Doch um die zu bekommen, muss er wahlweise Seilspringen oder Hulahoop-Reifen kreisen lassen. Er entscheidet sich für das Seilspringen und hüpft brav.
Ein Kartenstudium
Während die einen sich schon um die Lösungsworte bemühen, gleichen Susanne Brieger und ihre Schwester Margit Glasner noch die Route ab. Ihre Karten haben sie auf den Lenkern ausgebreitet und diskutieren. Eine schöne Gelegenheit sei das Rädli, findet Brieger, um gemeinsam mit ihrer Tochter etwas zu unternehmen. »Als Erwachsener lernt man viele Firmen und Institutionen kennen, von denen man vorher noch nichts gehört hat«, fügt Glasner hinzu. Brieger hingegen glaubt nicht, dass ihre sechsjährige Lisa Erlangen dabei besser kennen lerne. »Das sind zu viele Eindrücke.« Das mag man gerne glauben. Denn die 75 Rädli-Stationen informieren nicht nur, sondern bieten auch jede Menge, wie zum Beispiel Street-Tennis oder eine Hüpfburg.
HANNI KINADETER