Hospiz-Team lädt Geschwister schwer kranker Kinder ein

03.04.2018, 08:00 Uhr
Hospiz-Team lädt Geschwister schwer kranker Kinder ein

© Günter Distler

"Auf das Handgelenk achten und den Ball führen", lautet die Ansage und Dan Oppland macht den Kindern auch gleich vor, was er meint. Zwischen Training und Abendspiel ist der Basketballprofi der Nürnberg Falcons mit seinen drei Teamkollegen Malo Valerien, Jonathan Maier und Sebastian Schröder einer Einladung zum Geschwisterkindertreff gefolgt. Denn der verfügt nun, dank einer Spende des Nürnberger Soroptimist-Frauenclubs, über einen nagelneuen Basketballkorb.

Zum Glück haben die Falcons auch gleich einen ganzen Sack voll Bälle mitgebracht. Und der kleine Mark ist mit den anderen Jungen und Mädchen gleich voll bei der Sache. Schade nur, dass der Kreis diesmal so klein ist, weil sich etliche krankmeldeten.

Abschalten können

Schon beim ersten Mal fühlte sich der Junge in der Gruppe so wohl, dass er unbedingt dabeibleiben wollte. Auch seine jüngere Schwester hat er mitgebracht. "Beiden tut das richtig gut, einmal rauszukommen. Sie sind richtig aufgeblüht und, wenn sie heimkommen, viel ausgeglichener als sonst", sagt die Mutter, die einen schwerstpflegebedürftigen Partner zu versorgen hat. "Wir setzen nicht auf Events, sondern immer auf eine gute Mischung aus Spielen, Bewegung und einen Austausch", erläutert Luitgard Wießner, die mit Bettina Franke die Gruppe betreut.

Natürlich gehören auch gemeinsame Mahlzeiten dazu. Beide engagieren sich ehrenamtlich und haben für die neue Arbeit eine Fortbildung bei einer Spezialistin für Geschwisterkinderarbeit absolviert. Denn die Kinder sollen ebenso abschalten können wie die Chance bekommen, sich auch mal von der Seele zu reden, was sie erleben und was sie bedrückt. Die Begleiterinnen bereiten dafür jeweils bestimmte Themen wie "Gefühle" oder "Träume" vor. Zeitdruck soll es bei den monatlichen Treffen nicht geben, steht doch fast ein ganzer Tag zur Verfügung. Die Räume stellt das Hospiz-Team in der Deutschherrnstraße zur Verfügung.

"Familien sind oft stark belastet"

Offen ist das Angebot für Sieben- bis 16-Jährige – wobei vor allem die Älteren auf Beteiligung von mehr Jugendlichen hoffen. Über das noch neue Angebot hat Koordinatorin Angelique Heimstädt überall dort informiert, wo Familien mit schwer pflegebedürftigen Mitgliedern ein- und ausgehen: in Kliniken, Jugendämtern, Arztpraxen und Heimen.

"Die Familien sind oft so stark belastet, dass sie auch nur wenig Chancen haben, mit den Kindern zum Beispiel einmal zu verreisen", sagt Evelyn Gillmeister-Geisenhof, die amtierende Präsidentin des Soroptimist-Clubs mit derzeit 26 Mitgliedern. Mit einer Spende von 4000 Euro wollten sie deshalb nicht nur die Anschaffung des Basketballständers, sondern auch eine schöne Sommerfreizeit für die Geschwisterkinder und weitere Anschaffungen und Aktivitäten ermöglichen.

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