Quasimodo in der Jakobskirche

26.03.2007, 00:00 Uhr
Quasimodo in der Jakobskirche

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Als «Event-Musical» bezeichnet sie den «Glöckner von Notre Dame», der am 13. April Premiere feiert. «Es ist die Kombination, die ein Event daraus macht: die Atmosphäre der Kirche mit Orgel- und Glockenklängen auf der einen Seite, moderne Technik auf der anderen. Wir arbeiten zum Beispiel mit Beamerinstallationen und die Schauspieler werden auch mitten im Publikum spielen.» Begleitet wird das Spektakel von einer Live-Band.

Ein Jahr lang hat die Musicalcompany insgesamt an dem Stück gearbeitet. Die Proben leitet Claudia Dörr ehrenamtlich, arbeitet mit den Akteuren an der Stimmbildung, veranstaltet Probenwochenenden. Ihre Ansprüche sind dementsprechend hoch: «Da hängt schon mein Herz dran. Und da möchte ich auch Leistung sehen.»

Mitmachen darf nicht jeder

Deshalb darf auch nicht jeder mitmachen bei der Musicalcompany. Eine Aufnahmeprüfung ist nötig, in der man die anspruchsvolle Diplomgesangspädagogin mit klassischer Gesangsausbildung von sich überzeugen muss. Und zwar sowohl von seinem gesanglichen, als auch von seinem schauspielerischen Können. «Unser Niveau ist schon höher als das eines normalen Kirchenchors», so Dörr. «Wir können niemanden mitziehen, der die Sache nur halbherzig angeht.»

Immerhin steckt Claudia Dörr selbst auch viel Arbeit in die Musicalcompany. Das aktuelle Stück basiert auf dem französischen Musical «Notre Dame de Paris». Die künstlerische Leiterin hat es jedoch auf Deutsch übersetzt und für ihre Gruppe adaptiert. Außerdem hat Claudia Dörr das Stück mit Songs aus den Musicals «Glöckner von Notre Dame» (Disney), «Romeo und Julia» und «Cabaret» erweitert.

Der Arbeitsaufwand für das aktuelle Musical ist für die 28-Jährige nichts Ungewöhnliches. «Der Glöckner von Notre Dame» ist bereits das sechste Musical der Company, und nie hat Claudia Dörr ein Stück unbearbeitet übernommen: «Meist sind mir die Figuren zu farblos.» Oft reichert sie die Stücke auch mit Musical-untypischen Songs an, zum Beispiel Pop oder Gospel. Diesmal werden französische Chansons das Repertoire bereichern. Zur Not komponiert Claudia Dörr sogar selbst: «Aber nur ungern. Das Komponieren ist mir nicht in die Wiege gelegt.»

Weil Claudia Dörr aber schließlich nicht alles alleine machen kann, gehören noch drei weitere engagierte Personen zum Produktionsteam: die Diplomklavierpädagogin Katharina Lorenz, die für die musikalische Leitung der Band zuständig ist, Tina Klewin, die mit den Schauspielern die Tanzszenen einstudiert, und Christopher Gottwald vom Theater Pfütze, der mit den Akteuren den schauspielerischen Teil des berühmten Stückes erarbeitet.

«Das ist ja gerade das Spannende am Musical: dass man singen, schauspielern und tanzen kann. Alles gleichzeitig!» schwärmt Claudia Dörr und man merkt ihr an, dass sie manchmal auch sehr gern selbst auf der Bühne stehen würde statt «nur» die Regie zu führen.

«Ich habe auch mal versucht, beides zu machen, aber das hat nicht so gut geklappt. Ich frage mich, wie manche Filmregisseure das machen, die in ihren eigenen Filmen auch noch mitspielen.» Stephanie Siebert

Weitere Infos zur Musicalcompany, alle Aufführungstermine und Musicalkarten unter www.musicalcompany-nuernberg.de, unter 4 10 27 46 und bei den bekannten Vorverkaufsstellen.

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