Erinnerung an goldene Zeiten des Fremdenverkehrs

03.03.2012, 00:00 Uhr
Erinnerung an goldene Zeiten des Fremdenverkehrs

© Pöhlmann

Wer die geräumige Vorhalle des ehemaligen Bahnhofes Muggendorf betritt, wird mit den „Muggendorf, hier Muggendorf“ begrüßt. Es ist dies die Stimme von Paul Pöhlmann, dem letzten noch lebenden Eisenbahner vom Bahnhof Muggendorf zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn. Früher war es dem Zugführer vorbehalten, den Haltebahnhof am Bahnsteig auszurufen, damit die Reisenden wussten, auf welcher Station der Zug soeben angehalten hat, denn es gab auf der Nebenbahn keine Bahnsteiglautsprecher.

Erinnerung an goldene Zeiten des Fremdenverkehrs

© privat

Hinter dem Schalterfenster, seinem früheren Arbeitsplatz, erscheint dann Paul Pöhlmann in Lebensgröße. In Originalton erklärt er die Fertigstellung des Baues der Bahnlinie von Ebermannstadt nach Muggendorf im Jahr 1932 und in den folgenden Jahren weiter nach Behringersmühle. In den goldenen Zeiten der 50er Jahre kamen im Sommer an den Sonn- und Feiertagen zwei Sonderzüge aus Nürnberg und einer aus Bamberg, die in vollbesetzten Waggons Ausflügler in die Fränkische Schweiz brachten.

Züge im Miniformat

„Da standen an einem Pfingstmontag schon einmal 200 Fahrgäste auf dem Bahnsteig, die am Abend auf ihre Heimfahrt in ihre Städte warteten“, erzählt der pensionierte Bahnbeamte den Besuchern.

1976, als die Deutsche Bundesbahn den Zugbetrieb zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle einstellte, übernahm der zwei Jahre zuvor gegründete Dampfbahnverein Fränkische Schweiz die Bahnstrecke und eröffnete seinen Nostalgiebetrieb. In vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden hat Dieter Häntzschel vom Muggendorfer L.B.G.-Bahn-Museum eine Modelleisenbahn mit den original Garnituren der Dampfbahn Fränkische Schweiz aufgebaut, welches das Herz eines jeden Eisenbahn-Fan höher schlagen lässt. Vor allen Dingen die Kinder werden, von der Spielzeugeisenbahn in ihren Bann gezogen.

Höhlenforscher beobachten

Das soll wiederum ihren erwachsenen Begleitern den nötigen Freiraum einräumen, die zahlreichen Schautafeln, auf denen sich die Fränkische Schweiz präsentiert, betrachten und studieren zu können. Auf einer der großflächigen Wände stellt sich der Naturpark unter seinem Geschäftsführer Wolfgang Geißner selbst vor. „Die Vielfalt der Landschaftsformen, die typische Flora und Fauna und die liebenswerten, wenn auch wortkargen Bewohner des Mittelgebirges machen zusammen den Reiz der Region aus“, schwärmten die Romantiker des 18. Jahrhunderts vom ehemaligen „Muggendorfer Gebürg“, dass schon vorher durch die Entdeckung der Höhlen einige Berühmtheit erlangte.

Dieter Preu, Leiter des Arbeitskreises „Höhlen und Karst“ beim Fränkische-Schweiz-Verein, hat daher in der Ausstellung sein Wissen diesem Bereich zur Verfügung gestellt. So ist eine eigene Schautafel den Höhlen sowie Fossilien gewidmet. Auch optisch ist dieser Bereich gut aufbereitet: Wenn der Besucher die frühere Güterhalle betritt, steht er auf einer Glasplatte und kann darunter im ehemaligen Kohlekeller einen Höhlenforscher bei der Arbeit beobachten.

Noch liegen die Ausstellungsmacher in den letzten Zügen. Am Samstag, 28. April, soll dann das neue Informationszentrum offiziell eingeweiht werden.

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