Ein Klassiker im Bürgergarten

19.05.2008, 00:00 Uhr
Ein Klassiker im Bürgergarten

Die Geschichte basiert auf einer Erzählung von Kurt Kobell. Der «Brandner Kasper» zählt zu den bekanntesten Bühnen- und Fernsehstücken im süddeutschen Raum. Das Schauspiel, das sich die Spalter Theatergruppe unter der Regie von Robert Wechsler und Eva Ehard für den Juli vorgenommen haben, stammt aus der Feder con Kurt Wilhelm. Neben Fritz Leng, der den Brandner Kasper mimt, spielt Martin Hoffmann als «Doud»die Hauptrolle.

Die Geschichte, wie der Brandner Kasper, der ein recht beschauliches Leben führt, dem Tod noch weitere 18 Lebensjahre abverhandelt, ist schon recht komisch. Zuerst macht er den «Doud», wie man ihn im Fränkischen nennt, mit Schnaps betrunken, um ihn dann beim Karteln endgültig über den Tisch zu ziehen. Unverrichteter Dinge muss der Sensenmann aber wieder abziehen, wohl wissend, dass in höheren Sphären ein paar Unannehmlichkeiten zu erwarten sein werden.

In der Zwischenzeit lässt es sich der Brandner auf Erden gut gehen und erwirbt sich, obwohl eigentlich ein «armer Krattler», durch Wildern und andere Lumpereien wieder ein kleines Vermögen, mit dem er seine Enkeltochter Traudl (Katrin Gombel) unterstützen will. An seinem 75. Geburtstag aber kommt es zur Katastrophe. Brandners geliebtes Enkelind kommt, als sie ihren wildernden Flori (Phillipp Wechsler) vor den auf der Lauer liegenden Jägern warnen will, ums Leben. Diese wird, derweil dem Brandner fast das Herz bricht, im Himmel vom Erzengel Michael (Stefan Lehner), dem Petrus (Robert Wechsler), dem heiligen Florian (Andreas Kranzer) und anderen ein feierlicher Empfang bereitet.

Dabei fliegt auf, dass sich der Brandner immer noch auf Erden befindet, «obwohl er doch eigentlich schon heroben sein sollte». Jetzt gibt’s Ärger für den «Doud» und er muss auf Geheiß des Petrus den Brandner ins Jenseits schaffen, was bei einem gegebenen Versprechen nicht leicht fällt. Nur mit der List, dem Brandner einen Blick ins Paradies zu gönnen, schafft der Tod es, ihn nach oben zu transferieren. Ob der Brandner aber bleiben wird und wie sein Sündenregister («Ganz schäi lang!») gewürdigt wird, bleibt noch geheim.

Sylvia Bräunlein hat den Text nicht nur ins Fränkische übertragen, sondern auch den Inhalt des Stückes ins Spalter Land verlegt. Selbstverständlich tauchen auch ein paar andere Gestalten auf, die sogar erfahrene Brandner-Fans überraschen dürften.

Auch darauf, wie man die Herausforderungen beim Bühnenbild meistert, die Bühnentechnik Brandners Himmelfahrt in Szene setzt, beziehungsweise das Flammenschwert des Erzengels Michael lodern lässt darf man gespannt sein.

Der lauschige Platz im Bürgergarten hinter dem Rathaus, wo die Spalter seit Jahren ihre Freilichtstücke präsentieren, bietet wieder einen guten Rahmen für die Inszenierung. Mit von der Partie sind heuer übrigens auch die Mitglieder der Stadtkapelle Spalt unter der Leitung von Dr. Alfons Völkl. Auch die Spalter Spitzbuben werden sich auf der Bühne beteiligen.

Karten gibt es ab heute bei folgenden Vorverkaufsstellen: Stadt-Apotheke Spalt, Blumenhaus Lucia und Friseursalon Pfuff. Telefonisch können Karten unter der Rufnummer (0 91 75) 2 07 reserviert werden. Der Premiere am 5. Juli folgen weitere Aufführungen am 6., 12., 13., 18., 19. und 20. Juli, jeweils um 20 Uhr.