Absicht zu töten

Wegen zehnfachen Mordversuchs: 49-Jähriger nach Steinwürfen aus Lkw vor Gericht

11.1.2024, 09:20 Uhr
Auf den autobahnähnlichen Bundesstraßen 2 und 17 hatte der Angeklagte mehrfach Steine auf Lkw auf der Gegenfahrbahn geworfen - mit der Absicht zu töten. (Symbolbild)

© Marcus Brandt/dpa/Symbolbild Auf den autobahnähnlichen Bundesstraßen 2 und 17 hatte der Angeklagte mehrfach Steine auf Lkw auf der Gegenfahrbahn geworfen - mit der Absicht zu töten. (Symbolbild)

Wegen zehnfachen Mordversuchs muss sich von Donnerstag (9.00 Uhr) an ein Lastwagenfahrer vor dem Landgericht in Augsburg verantworten. Dem 49 Jahre alten Mann wird vorgeworfen, während der Fahrt auf Bundesstraßen von seinem Führerhaus aus faustgroße Kieselsteine auf entgegenkommende Fahrzeuge geworfen zu haben.

Laut Anklage wollte der Lkw-Fahrer die Windschutzscheiben der Autos treffen und so Unglücksfälle provozieren. In mehreren Fällen wurden die Scheiben beschädigt oder durchschlagen, drei Mal wurden Frauen sowie einmal ein Mann verletzt.

Die Taten sollen sich zwischen Juni 2022 und Februar 2023 auf den autobahnähnlichen Bundesstraßen 2 und 17 im Norden von Augsburg ereignet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte in Kauf nahm, dass entgegenkommende Fahrer und Fahrerinnen durch den Stein möglicherweise getötet werden oder sich derart erschrecken, dass es zu tödlichen Unfällen kommt.

Weitere Anklagen neben Mordversuch

Neben versuchten Mordes sind noch andere Straftaten wie gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr angeklagt. Als es zu der Serie von Steinwürfen kam, hatte die Polizei monatelang ihre Kontrollen entlang der Fernstraßen ausgeweitet, um den Täter zu fassen. Letztlich wurde der Rumäne im Februar festgenommen und Haftbefehl erlassen. Damals hieß es, dass sich der 49-Jährige zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert habe. Der Mann war bei einem Unternehmen als Lkw-Fahrer beschäftigt.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft 51 Steinwürfe angeklagt. Das Gericht hatte nach Angaben eines Sprechers dann aber nur zwölf Fälle zur Verhandlung zugelassen, die anderen Fälle wurden eingestellt. Bei komplexen Strafverfahren kommt es häufiger vor, dass nur ein Teil der Vorwürfe verhandelt wird, um den Prozess nicht zu überfrachten.