Die Altmühlfranken-Gewinner

28.12.2010, 08:47 Uhr
Die Altmühlfranken-Gewinner

© Maurer

Am Tag nach der Kreistagsentscheidung wurden die Schilder für die Abteilung des Landratsamtes in Auftrag gegeben. Denn noch ist es etwas schwer, Regionalmanager Dieter Popp und seine Mitstreiter im zweiten Obergeschoss des einstigen Ossberger-Landmaschinen-Fabrikgebäudes zu finden. „Da kommt natürlich an die Straße was hin“, versprach Popp nun bei einer der ersten offiziellen Aktionen, die unter dem Dach der neuen Marke stattfanden.

Es galt, jene zu ehren, die ihre Kreativität in die Namensfindung eingebracht haben. Gezogen wurden die Gewinner ja bereits im Anschluss an die Kreistagssitzung, doch nun durften sie auch persönlich ihre Preise in Empfang nehmen. Landratstellvertreter Robert Westphal betonte einmal mehr, dass es bei der Namensfindung nicht um die Umbenennung des Landkreises ging. Vielmehr sollte ein „einprägsamer“ Begriff gefunden werden, „der was hergibt“, wie es Westphal flapsig formulierte.

Den beiden Altlandkreisen Weißenburg und Gunzenhausen, die im Zuge der Gebietsreform 1972 zu einem Kunstgebilde zusammengeklebt wurden, fehlt bis heute die einheitlich „regionale Identität“, stellte Popp fest. Das sei angesichts der höchst unterschiedlichen Geschichte auch nicht verwunderlich. Somit war es schwierig, einen neuen Namen zu finden, der wirklich allen Menschen in Weißenburg-Gunzenhausen gerecht wird. Der Name Altmühlfranken sei aus seiner Sicht eine gute Lösung, weil der „Begriff am wenigsten ausgrenzt“. Zudem seien andere Fluss-Franken wie die Main- oder die Tauberfranken „positiv besetzt“. Popp glaubt, dass Altmühlfranken davon ein wenig profitieren kann.

Den Zusatz „Der starke Süden“, der nicht nur Freunde hat, sieht Popp ebenfalls als sinnvoll an. „Die bescheidene Mitte wäre sicher nicht gut gewesen“, sagte er schmunzelnd. Außerdem: „Wir reden uns manchmal zu schlecht.“ Der Landkreis habe ganz eindeutig auch seine starken Seiten, befand der Regionalmanager.
Letztendlich soll die Wort-Bildmarke dazu dienen, den Menschen von außerhalb ein griffiges Bild zu geben, von welcher Region die Rede ist. Denn er selbst habe die Erfahrung machen müssen, als er seinen Bekannten in München erzählte, dass er nach Weißenburg-Gunzenhausen zieht, „neun von zehn nicht wussten, wo das ist“. Das soll sich als „altmühlfranken – Der starke Süden“ nun ändern.

Damit der neue Name möglichst identitätsstiftend für alle Menschen hier ist, hat sich der Innovationszirkel sehr rasch dazu entschieden, einen Wettbewerb auszurufen. Dieser war zweigeteilt in normale Bürger und in Schüler. Über die Kinder, so die Idee, sollte die Diskussion über den Landkreisnamen in die Familien getragen werden. Das hat offenbar gut funktioniert.

1311 Einsendungen konnte das Regionalmanagement verzeichnen. Und Altmühlfranken war dabei der klare Sieger. Rund 300-mal tauchte der Begriff auf den Vorschlagszetteln auf. Gelegentlich mit Zusätzen ergänzt. So hatte beispielsweise Hauptgewinner Günter Wesel (Gunzenhausen) für „Facettenreiches Altmühlfranken“ plädiert. Die Zweitplatzierte Helga Schmidt (Treuchtlingen) war für „Altmühlfranken – Erholung pur“. Helmut Reisslein, Gerhard Lindstädt (Meinheim) und Jürgen Hofmann (Pfofeld), die die Fränkische Rosenkönigin Isabell Reißlein und die Rosenprinzessin Lisa Baumgartl als weitere Gewinner gezogen hatten, beschränkten sich hingegen auf „Altmühlfranken“ oder auf „Altmühl-Franken“.

Leckere Winterküche

Die fünf Preisträger erhielten jeweils einen Gutschein für die erste Aktion, die derzeit unter dem Namen Altmühlfranken in 13 Restaurants und Gasthäusern des Landkreises läuft. Dort kann man unter dem Schlagwort „Winterküche“ probieren, welch le-ckeren regionalen Produkte auch im Winter zum Kochen zur Verfügung stehen. Für Hauptpreisträger Wesel gab es darüber hinaus noch einen Geschenkkorb mit hiesigen Produkten. Landratstellvertreter Westphal betonte, dass es den Verantwortlichen des Wettbewerbs ein großes Anliegen war, bei den Preisen in der Region zu bleiben – auch um zu zeigen, was Altmühlfranken alles zu bieten hat.
Bei den Schülern darf sich jeweils die ganz Klasse der Gewinner freuen. Denn alle Mitschüler dürfen Erlebnistage auf der Altmühl, auf dem Brombachsee, im Solnhofener Steinbruch, mit einem Schäfer oder im Hochseilgarten verbringen.

ewonnen haben Adrian Krauß für die 5. Klasse des Simon-Marius-Gymnasiums in Gunzenhausen, Jennifer Liebig für die 4a der Grundschule Pleinfeld, Letitita Mitsch für die Limes-Grundschule Pfofeld-Theilenhofen, Tanja Gebert für die 7a der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen (der eigentliche Gewinner war David Luft, doch Tanja Gebert nahm den Preis stellvertretend für dessen ehemalige Klasse entgegen), Lena Frey für die 6. Klasse der Mittelschule Markt-Berolzheim-Dittenheim und Til Kraus für die 6. Klasse der Volksschule Ellingen.