Neumarkts OB Thumann steht hinter Ausbau der Ortsumgehung
09.04.2020, 16:16 UhrDer Ausbau der B 299 im Bereich Neumarkt sei nur ein Teil der Gesamtmaßnahmen, schreibt der OB. Der Stadtrat habe den Grundüberlegungen des staatlichen Bauamtes für den Ausbau seinerzeit ein eindeutig zustimmendes Votum gegeben. Daran sei er als Oberbürgermeister gebunden.
Die Stadt nehme die Anliegen ihrer Bürger ernst, so Thumann, auch die Sorgen mancher hinsichtlich des Ausbaus. Aber die Stadtverantwortlichen müssten bei ihren Entscheidungen stets das Wohl aller Bewohner und Verkehrsteilnehmer berücksichtigen und nicht nur auf die Aussagen von jenen abstellen, die sich medial mitteilen.
Um zu informieren und um auch die Stimmungslage besser einschätzen zu können, habe er bereits vor Wochen eine Bürgerversammlung angekündigt, die allerdings wegen der Corona-Maßnahmen derzeit nicht durchgeführt werden kann. Thumann in seiner Stellungnahme: "Der kritisierte Ausbau der B 299 im Abschnitt Stauf/Woffenbach entspricht einem Gesamtausbauplan der zuständigen Bundesbehörden im Rahmen der Ertüchtigung der B 299, beginnend bei der Autobahnausfahrt Neumarkt der A3 bis südlich hinter Mühlhausen."
Maßnahmen bereits umgesetzt
In großen Beteiligungsrunden vor ein paar Jahren sei auch Neumarkt in die Gesamtplanung mit eingebunden worden. Einige der Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder im Bau. Eines der größten Einzelprojekte ist die bereits fertig gestellte Ortsumgehung Mühlhausen.
Auch im Stadtgebiet sei schon einiges passiert. So wurde Pölling über einen 5. Ast an den Kreisel angebunden, damit die Kreuzung herausgenommen werden kann. Der Bau einer kombinierten Fußgänger- und Fahrradbrücke von Pölling in Richtung Nürnberger Straße stehe noch aus.
Auch die Einmündung des Kurt-Romstöck-Rings auf Höhe des Autohauses Ford Kölbl werde kreuzungsfrei ausgebaut. Der teilweise dreistufige Ausbau südwärts ist schon vollendet.
Als OB, so Thumann, nehme er die Sorgen der Bürger "sehr ernst". Da er um die Sorgen auch der Staufer Bürger wisse, habe es 2019 ein Gespräch mit Bürgern des Ortsteils, mit Vertretern des staatlichen Bauamtes, Landrat Willibald Gailler und Mitarbeitern der Stadtverwaltung gegeben. Dabei habe das staatliche Bauamt konstruktive Vorschläge unterbreitet.
Zusage für Bürgerversammlung
Man sei so verblieben, dass die aktuellen Planungsunterlagen den teilnehmenden Staufer Bürgern zur Verfügung gestellt werden, um diese entsprechend zu informieren. Auch habe er im Februar 2020 die Zusage gemacht, eine Bürgerversammlung vor Ort zu organisieren, an der zwingend die Vertreter des staatlichen Bauamtes teilnehmen sollten.
Etwas befremdlich finde er die Aussage mancher Kritiker, dass diese behaupteten, für den gesamten Stadtteil Stauf sprechen zu können. Thumann: "Glauben Sie es mir, aufgrund der jetzt 15-jährigen Erfahrung als Oberbürgermeister will der mündige Bürger sich zunächst selbst informieren, um dann seine Meinung auch dementsprechend selbst zu vertreten."
Deshalb solle auf jeden Fall diese Bürgerversammlung abgehalten werden. Einen Zeitpunkt könne er wegen der derzeitigen Situation aber noch nicht benennen.
Zum Ausbau gehöre auch, so Thumann, dass die höchst unfallträchtige Kreuzung auf Höhe Rittershof durch Brückenbauwerke entschärft werden soll. Ebenso sollen weitere Querungsmöglichkeiten zwischen Rittershofener Kreuzung und dem Ortsteil Stauf-Auffahrt zur ungefährlicheren Überquerung der B299 geschaffen werden.
Oberste Prämisse habe aber auch für ihn die Beschleunigung des Rings, um den nach wie vor sehr hohen Durchgangsverkehr mitten durch Neumarkt zu verringern. Deswegen wurden auch in den Gremien der beteiligten Kommunen diese Maßnahmen positiv begleitet, vom Landratsamt koordiniert und die dementsprechenden Bundesmittel auch dafür frei gegeben.
Hohe Frequenz am Altstadtring
Und, gibt OB Thumann den Kritikern eine Zahl mit auf den Weg: Am Übergang von Amberger in Dammstraße sind außerhalb der Corona-Krise über 25 000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs.
Auch innerhalb des Ortsteils gebe es eine höchst umstrittene Verkehrssituation in der Staufer Hauptstraße; die Beurteilung der Staufer Bürger, ob eine 30 km/h-Beschränkung oder eine so wie früher vorherrschende 50 km/h-Regelung die bessere Variante ist, falle weit auseinander. In Bürgerversammlungen vor Ort habe sich gezeigt, dass die Staufer zu 50 Prozent jeweils zu der einen oder anderen Lösung tendieren.
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