Keine Hoffnung mehr
Deutscher Versicherer insolvent: Kunden verlieren Versicherungsschutz - 50 Millionen investiert
02.03.2025, 15:15 Uhr
Es sind keine guten Nachrichten rund um den Digitalversicherer "Element" aus der deutschen Hauptstadt Berlin. Dem Unternehmen droht laut einem Medienbericht nun endgültig das Aus. Eine Rettung scheint kaum mehr möglich. Für zahlreiche Kundinnen und Kunden bedeutet das wohl auch: Den Verlust des eigenen Versicherungsschutzes.
So habe der vorläufige Insolvenzverwalter Friedemann Schade dem "Handelsblatt" bestätigt, dass eine Rettung des Unternehmens quasi komplett aussichtlos sei. "Nein!", lautete die kurze, aber deutliche Antwort von Schade, auf die Frage, ob eine Insolvenz noch abzuwenden sei.
Endgültig und rein formell auf dem Papier soll ein Insolvenzverfahren dann Anfang März 2025 eröffnet werden. Bereits am 8. Januar 2025 habe das Amtsgericht Charlottenburg hier ein vorläufiges Verfahren eingeleitet. Zuvor hatte über diesen Vorgang auch schon die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet.
Laut ersten Informationen habe es das Unternehmen am Ende nicht mehr geschafft, sein Geschäft profitabel zu betreiben. Die Kündigung eines wichtigen Rückversicherers habe die finanzielle Lage dann noch einmal zusätzlich deutlich verschärft. Von der Pleite betroffen sind nun Verbraucher und Investoren in gleichem Maße.
Das Insurtech trat als sogenannter White-Label-Anbieter in Kooperation mit anderen Versicherten auf. Das hatte zur Folge, dass viele Menschen wohl gar nicht wussten, dass ihre Policen von "Element" stammen.
Der Bund der Versicherten (BdV) zählt hier unter anderem Autoprotect, Asspario, Die Bayerische, Panda und Friday zu den Partnern von "Element".
Durch das Insolvenzverfahren verlieren Kundinnen und Kunden nun automatisch ihren Versicherungsschutz, eine separate Kündigung ist deswegen nicht mehr erforderlich. Verbraucherschützer sowie die Finanzaufsicht Bafin hatten schon vor Wochen empfohlen, dass Versicherte ihre Verträge gründlich prüfen und gegebenenfalls nach einer neuen Police suchen sollten.
Wie das "Handelsblatt" dazu weiter berichtet, sei in einigen Fällen bereits eine Lösung gefunden worden. So plane Hepster, die Verträge vom insolventen Versicherer "Element" auf einen neuen Risikoträger zu übertragen. Auch Panda habe demnach laut eigenen Angaben einen Versicherer gefunden, der die Bestände übernehmen möchte.
Vor allem Investoren sind nun jedoch besonders verunsichert, berichtet "t-online.de" in diesem Zusammenhang weiter. Kein Wunder, denn: Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin ist mit mehr als 80 Prozent an "Element" beteiligt. Mehr als 50 Millionen Euro seien bereits in das nun insolvente Start-up geflossen. In einer Stellungnahme versicherte das Versorgungswerk, dass man wirtschaftlich weiter solide aufgestellt sei. Laut "Handelsblatt" werde eine externe Anwaltskanzlei nun die Investments untersuchen.