Feuerwehrmann starb in Augsburg: Jugendlicher zu mehrjähriger Strafe verurteilt
06.11.2020, 10:51 Uhr
Der Jugendliche ist zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos zur Kenntnis.
Die Staatsanwaltschaft war überzeugt, dass der Jugendliche aus Streben nach Dominanz handelte und fordert unter anderem für die Körperverletzung mit Todesfolge sechs Jahre Freiheitsstrafe. Den Verteidigern des 17-Jährigen zufolge soll der Schlag aber Nothilfe gewesen sein.Mit Spannung war vor der Jugendkammer des Landgerichts Augsburg das Urteil erwartet worden. Der 17 Jahre alte Angeklagte hatte schon zu Prozessbeginn zugegeben, den 49-Jährigen im Streit mit der Faust geschlagen zu haben. Der Mann hatte infolge des Schlages eine Hirnblutung erlitten und war binnen kurzer Zeit gestorben.
Mann sackte zu Boden
Der Anklage nach schlug der 17-Jährige dem Mann, der mit seiner Frau und einem befreundeten Paar unterwegs gewesen war, mit der Faust in Kinnhöhe in die linke Gesichtshälfte. Nachdem der 49-Jährige zu Boden gesackt war, habe der Jugendliche dann noch zusammen mit zwei Bekannten den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt und schwer verletzt. Die beiden jungen Männer im Alter von 18 und 20 Jahren saßen mit auf der Anklagebank.
Eine Überwachungskamera auf dem Königsplatz, der als Kriminalitätsschwerpunkt in Bayerns drittgrößter Stadt gilt, hatte die Gewalttaten aufgezeichnet. Im Laufe der Hauptverhandlung waren die Videos des Tatabends immer wieder herangezogen worden. Zudem war offenbart worden, dass der 17-Jährige brutale Gewaltvideos auf seinem Handy hatte. Er soll sich außerdem in Untersuchungshaft damit gebrüstet haben, einen Mann totgeschlagen zu haben.
Juristisches Tauziehen
Da der Getötete Mitglied der Berufsfeuerwehr in Augsburg war, hatten auch Mitglieder anderer Feuerwehren in Deutschland dem Opfer gedacht. Zudem gab es ein wochenlanges juristisches Tauziehen bis zum Bundesverfassungsgericht um die Haftbefehle gegen mehrere Verdächtige.