Pilgerstätte für Feinschmecker

Fremde geben sich als Trauernde aus, um Nudeln in einem Bestattungsunternehmen essen zu können

Minh Anh Nguyen

Online-Redaktion

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26.02.2025, 20:15 Uhr
Eine typische Nudelsuppe aus Guizhou. (Symbolbild)

© imago images/Imaginechina-Tuchong Eine typische Nudelsuppe aus Guizhou. (Symbolbild)

Jüngst war ein bestimmtes Bestattungsunternehmen in China in aller Munde. Was an sich skurril genug klingt, hat einen noch skurrileren Grund: Genauer wurde nämlich ein bestimmtes Bestattungsunternehmen in der südchinesischen Provinz Guizhou, wegen seiner wohl äußerst guten Nudelsuppe berühmt. Die Mahlzeit, welche eigentlich für trauernden Familien vorbereitet wird, lockte auch Unbekannte an, die ab und an zu unkonventionellen Mitteln griffen.

Wie das chinesische Nachrichtenportal World Journal berichtet, zog die Nudelsuppe umliegende Anwohner wie auch Gäste zum Bestattungsunternehmen, welche extra dafür anreisten. Die hungrigen Gäste standen für die Mahlzeit bis zu zwei Stunden an. Um sich Zutritt zu verschaffen, gaben sich Gäste sogar teilweise als Trauernde aus, berichtet BBC. Das Bestattungsunternehmen hat deswegen angekündigt, dass auch die Öffentlichkeit die Kantine des Unternehmens nutzen darf - sofern sie die wirklich Trauernde nicht stören. Das Angebot ist kostenfrei, aber nur auf 50 Schüsseln pro Tag beschränkt.

Tatsächlich wird die Mahlzeit bereits seit 20 Jahren beim Bestattungsunternehmen angeboten, schreibt die chinesischsprachige Zeitung Sing Tao Daily. Bereits davor kamen Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Umkreis ins Unternehmen, um die Suppe zu essen. Nach einem Post im Internet hat das Interesse aber stark zugenommen. So soll die Schlange für das Essen länger sein als die, um Blumen für die Verstorbenen niederzulegen.

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