Bewohner leben in Angst

Langer Fußmarsch: Anwohner müssen ihre Mülltonnen neben Bundesstraße abstellen

16.10.2024, 18:53 Uhr
Eine umgestürzte Mülltonne: Bewohner im Landkreis Aurich sind besorgt, dass ihre umgestürzten Tonnen den Verkehr möglicherweise behindern könnten. (Symbolbild)

© Thomas Trutschel/photothek.net/imago/photothek Eine umgestürzte Mülltonne: Bewohner im Landkreis Aurich sind besorgt, dass ihre umgestürzten Tonnen den Verkehr möglicherweise behindern könnten. (Symbolbild)

14 Familien aus dem Landkreis Aurich wurde im Juli eine neue Sammelstelle für ihre Mülltonnen zugeteilt. Zum Ärgernis der Anwohner müssen die Ansässigen seitdem ihre Tonnen auf einem Radweg abstellen - und das direkt neben der dort verlaufenden B72.

Im Juli hatte der Landkreis Aurich neue Müllsammelstellen festgelegt. Grund dafür ist eine neue Richtlinie, die in ganz Niedersachsen umgesetzt wird oder wurde, berichtet der "NDR". Nach Richtlinie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) aus dem Oktober 2016, sollten Müllfahrzeuge auf ihren Touren ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen das Rückwärtsfahren möglichst vermeiden. Die neue Richtlinie hat zur Folge, dass die Bewohner des Kadelberger Wegs nun regelmäßig ihre Tonnen inmitten regen Verkehrs stellen müssen.

Viele der Ansässigen seien älter, heißt es im Bericht des "NDR". Teilweise fällt für sie aber ein bis zu 200 Meter langer Fußmarsch an. Abseits der körperlichen Belastung machen sich die Anwohner auch wegen anderen Problemen Sorgen.

Landkreis hält an neuem Sammelplatz fest

Oben im Norden und so nah der Nordsee ist das Wetter häufig windig und stürmisch. Aus diesem Grund fallen Tonnen nach Leerung oft um. Das kann insbesondere für die Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. Ein Radfahrer erklärt dem "NDR": "Teilweise muss man da auch schon mal ausweichen. So kurz vor dem Graben neben dem Radweg ist das nicht schön."

Gegenüber "RTL" äußerten die Bewohner mögliche Verbesserungsvorschläge. So könnte der Landkreis eine zweite Person einstellen, die als Einweiser die Müllwägen einwinken könnte - das wäre laut Richtlinie nämlich erlaubt. Oder vor Ort würden kleinere Müllwägen verwendet, schlägt ein Bewohner vor. Dem Landkreis sind beide Optionen jedoch zu teuer.

Bewohner legen Widerspruch ein

Die Bewohner fühlen sich mit ihren Sorgen alleine gelassen. Auch zwei Anhörungstermine mit dem Landkreis brachten keinen Kompromiss. Stattdessen schlägt der Landkreis den älteren beziehungsweise eingeschränkten Bewohnerinnen und Bewohnern vor, dass diese einen Dienstleister beauftragen könnten, der die Tonnen für sie bewegt, berichtet "NDR".

"Gegebenenfalls auftretende persönliche Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der Abfallbehälter fallen nicht in den Verantwortungsbereich der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger", zitiert der "NDR" den Landkreis. Demgegenüber erklärt ein Anwohner und Rentner, dass nach Austritt aus dem Berufsleben einem nur ein geringes Einkommen zur Verfügung stehe. Inzwischen hat der Bewohner Widerspruch gegen die Anordnung eingelegt.

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