Teuerste Creme fällt durch
Stiftung Warentest mit neuen Erkenntnissen: Sonnencreme muss nicht teuer sein, um zu wirken
03.04.2025, 16:34 Uhr
Nicht ohne Lichtschutzfaktor aus dem Haus: Für viele gehört es bereits zur Morgenroutine, sich Sonnencreme aufs Gesicht aufzutragen. Aus gutem Grund: Zu viel Sonne kann der Körper nicht vertragen, schon ein kurzes Sonnenbad kann zur Rötung führen - ein Alarmsignal des Körpers. Zudem lässt häufige UV-Strahlung die Haut schneller altern und tief eindringende Strahlen können das Hautkrebsrisiko deutlich erhöhen.
Produkte speziell fürs Gesicht ziehen schnell ein und versorgen die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit. Aber schützen sie so gut vor der schädlichen UV-Strahlung der Sonne, wie sie es versprechen? Oder stecken gar unerwünschte Stoffe drin?
Stiftung Warentest testet 14 Sonnencremes
Das wollte die Stiftung Warentest wissen und hat für ihre gleichnamige Zeitschrift 14 Sonnencremes fürs Gesicht getestet (Ausgabe 4/2025). Die Ergebnisse sind für Freundinnen und Freunde der Sonne grundsätzlich erfreulich, immerhin schneiden acht Cremes „gut“ ab. Schattenseiten gibt es aber auch:
Problem 1: Zwei Sonnencremes schützen nicht gut genug, 12 der 14 Sonnencremes lösen den auf der Packung versprochenen Lichtschutzfaktor ein. Zwei Produkte unterschreiten ihn jedoch deutlich, was sie mit der Note „mangelhaft“ durchfallen lässt.
Das Problem: Beide Produkte setzen allein auf den mineralischen UV-Filter Zinkoxid. Dabei haben den Warentestern zufolge vergangene Sonnencreme-Tests gezeigt, dass es „offenbar schwer bis unmöglich ist, allein mit Zinkoxid einen zuverlässigen Schutz vor UV-Licht zu garantieren“.
Problem 2: In vier Produkten konnten die Testerinnen und Tester einen unerwünschten Stoff nachweisen: den Weichmacher DnHexP (Di-n-hexylphthalat). Er hat fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften. In Sonnencremes gelangt er als Nebenprodukt, das bei der Herstellung des Sonnenschutzfilters DHHB (Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoate) entstehen kann - aber nicht muss. In zehn Cremes im Test ist DHHB enthalten, vier von ihnen sind mit DnHexP verunreinigt.
Immerhin: „Laut Bundesinstitut für Risikobewertung geht von den nachgewiesenen Konzentrationen aber kein akutes Gesundheitsrisiko aus“, schreiben die Testerinnen und Tester. Besser als „befriedigend“, also Schulnote 3, könnten die jeweiligen Produkte dennoch nicht abscheiden.
Teuer ist nicht gleich gut
Mit der Note 1,7 liegen folgende zwei Sonnencremes vorn: Die „Oil Control Face Sun Gel-Creme“ von Eucerin und das „Super UV Sonnenschutzfluid mit Hyaluronsäure“ von Garnier Ambre Solaire. Mit 22,45 Euro beziehungsweise 16,24 Euro pro 50 Milliliter zählen sie zu den teuersten Cremes im Test.
Es geht aber auch günstiger und ähnlich gut: Mit der Note 1,8 nur knapp dahinter liegt das „Sundance Med Ultra Sensitiv Sonnenfluid“ von der Drogeriekette dm. Für 50 Milliliter werden 5,25 Euro fällig.
Oft noch günstiger kann man sich vor der UV-Strahlung schützen, indem man die klassische Sonnencreme auch für das Gesicht verwendet. Ihr Nachteil: Durch ihre Zusammensetzung können diese Produkte schneller ins Auge gelangen und dort für lästiges Brennen sorgen. Die Stiftung Warentest rät daher, die Augenpartie lieber auszusparen, wenn man klassische Sonnencremes verwendet.
Teuerste Creme im Test durchgefallen
Insgesamt wurden Sonnencremes in der Preisspanne von rund vier Euro bis 36 Euro pro 50 Milliliter getestet. Wie das ZDF erklärt, schnitt das teuerste Produkt der getesteten Cremes mit einer Benotung der Stufe „mangelhaft“ als schlechtestes Produkt ab. Der Grund: Der angegebene Sonnenschutz-Faktor 50 wurde deutlich unterschritten.
Interessant für alle, die sich auch im Sommer gerne schminken: Laut Stiftung Warentest ist das durch Sonnencreme nicht ausgeschlossen. Die Verantwortlichen raten demnach dazu, nach einer Routine eine Sonnencreme aufzutragen - sobald diese eingezogen ist, können ganz normal auch Make-Up und sonstige Produkte aufgetragen werden.