Polizei äußert sich

Angst vor Anschlägen zu Fasching: Aufrufe des IS kursieren im Internet - Bar in Nürnberg im Visier

26.02.2025, 12:02 Uhr
Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Aufrufe seien bekannt und würden auch ernst genommen. (Symbolbild)

© Christoph Reichwein/dpa Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Aufrufe seien bekannt und würden auch ernst genommen. (Symbolbild)

Islamisten haben in sozialen Netzwerken zu Anschlägen unter anderem im Kölner Karneval aufgerufen. Solche Veröffentlichungen zielten auch darauf ab, die Bevölkerung zu verunsichern, sagte der Einsatzleiter der Kölner Polizei für die Karnevalstage, Martin Lotz, der Deutschen Presse-Agentur. Man werde das Einsatzkonzept aber noch einmal anpassen.

Über den Aufruf hatte die "Bild" berichtet. Auf einer Website der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) ist demnach ein Plakat mit vier Anschlagszielen zu sehen, davon zwei in Köln, eines in Nürnberg und eines in der niederländischen Hafenstadt Rotterdam.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Aufrufe seien bekannt und würden auch ernst genommen, erklärte eine Polizeisprecherin in Nürnberg. Das deckt sich mit der aktuellen Gefährdungsbewertung, wonach eine abstrakt hohe Gefahr besteht, hieß es. Neu seien solche Aufrufe zu Gewalttaten über IS-Propagandakanäle nicht.

Der Kölner Einsatzleiter Lotz sagte: "Wir werden die Einsatzkräfte aufgrund des Posts noch einmal sensibilisieren und fortlaufend informieren." Aufgrund der angespannten Sicherheitslage sei die Polizei auf derartige Entwicklungen vorbereitet.

In der vergangenen Woche hatte die Kölner Polizei bereits mitgeteilt, dass sie sich nach dem Anschlag in München und anderen Gewalttaten in Deutschland mit einem strengen Sicherheitskonzept auf die Karnevalstage vorbereite. "Die Sicherheitslage nach den Taten radikalisierter Einzeltäter ist angespannter als in den Vorjahren", hatte Lotz gesagt. Konkrete Hinweise auf Anschlagspläne gebe es zwar nicht - umso mehr sei man aber gefordert, auf alles eingestellt zu sein.

An den Karnevalstagen will die Kölner Polizei in der Spitze rund 1.500 Beamte mehr aufbieten als an normalen Tagen. Der Straßenkarneval beginnt an diesem Donnerstag mit Weiberfastnacht.

Nürnberger Bar auf dem Plakat zu sehen

Auf der Seite wird auch eine Bar in der Nürnberger Innenstadt erwähnt. Dabei sei aber wichtig zu betonen, dass es sich um keine konkreten Anschlagspläne handelt, erklärte Janine Mendel, Pressesprecherin Polizei Mittelfranken in einem Interview gegenüber der Nachrichtenagentur "News5". Die Verfasser des Schreibens wollten Einzeltäter motivieren, Anschläge zu begehen. Zudem sei ihr Ziel auch das Schüren von Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Es sind also Aufforderungen, keine konkreten Drohungen.

Das Schreiben von der Website liege der Polizei vor. Unter anderem sei der Staatsschutz und der Verfassungsschutz bei der Bewertung und Überprüfung involviert.

Bei der Polizei nehme man solche Dinge sehr ernst, versichert die Sprecherin. Sie ruft die Menschen dazu auf, der Arbeit der Polizei zu vertrauen und zwischen der gefühlten und der reellen Gefahr zu unterscheiden. Die Anschläge in München oder beispielsweise Magdeburg seien "schreckliche Einzelfälle" gewesen. Die reelle Gefahr eines Anschlages sei aber gering.

Nichtsdestotrotz habe man ein bestehendes Sicherheitskonzept für die kommenden Faschingsveranstaltungen, die man an die jeweilige Lage anpasse, um den Menschen Sicherheit gewährleisten zu können.

Ob man die Faschingsveranstaltungen letztendlich besucht oder nicht, bleibe aber natürlich jedem selbst überlassen.