Lauf kürt seine neue "Miss"
18.04.2011, 08:59 Uhr
In drei Durchgängen präsentierten sich die elf jungen Frauen und vier jungen Männer dem Publikum: Zu Beginn lässig mit Jeans und hübschem Oberteil, dann in Bademode und schließlich festlich in Abendkleid oder Anzug.
Während dieser Runden konnten sich die rund 250 Zuschauer ein Bild von den Kandidaten machen und ihren Favoriten auswählen. Die Gäste durften nämlich selbst per Stimmzettel mit abstimmen. Im knappsten Outfit, der Badebekleidung, stellten sich die Kandidatinnen selbst vor und versuchten, nicht nur optisch, sondern auch verbal zu punkten.
Louisa Herold beispielsweise mit der Aussage: „Meine Autoreifen habe ich erst kürzlich selbst gewechselt!“. Und Physiotherapeutin Jaqueline Hoh überzeugte zumindest Moderator Roland Zimmermann vom Bayerischen Rundfunk, der das Publikum souverän durch den ganzen Abend führte, durch eine Demonstration ihrer Massage-Künste.
Eine Frage ließ der BR-Moderator beim Kurzinterview nie aus: Warum willst du Miss oder Mister Lauf werden? Dabei wurde die schöne Laufer Altstadt, wegen der es eine Ehre wäre, die Stadt zu vertreten, genauso genannt wie der Wunsch, ins Model-Geschäft einzusteigen und bei der Wahl zur Miss Franken mitzumachen.
Eine halbe Stunde vor Mitternacht verkündete Organisator Thomas Giering schließlich die Sieger. Die Entscheidung von Publikum und Fachjury wurden zu gleichen Teilen verrechnet. In der Jury saßen die Model-Agentinnen Marie-Luise Cawi und Pamela Porsch-Kenner, das Ex-Model Carmen Bauer, Landrat Armin Kroder, Stadtrat Thomas Lang, der Iglu-Vorsitzende und Organisator Thomas Giering und die Miss Franken 2010.
Faire Konkurrentinnen
Die Miss Lauf 2010, Nicole Scharrer, vollführte ihre letzte Amtshandlung und legte ihrer Nachfolgerin Stefanie Schuster die Schärpe um. Und die angehende Augenoptikerin war von der Entscheidung ebenso überrascht wie begeistert: „Es hat sehr viel Spaß gemacht und es gab gar keinen Konkurrenzkampf zwischen den Bewerberinnen. Und es war natürlich aufregend.“
Attila Sinan Ergün, der erste Mister Lauf, wurde von der Vize-Miss-Franken gekürt. Der Hersbrucker war der Überaschungsmann des Abends, denn der gelernte Fliesenleger hatte sich erst kurz vor der Gala noch spontan fürs Mitmachen entschieden (und war deshalb auch nicht in den Kurzporträts in der PZ vertreten, Anm. d. Redaktion).
Alltagstaugliche Mode
Seine Schwester hatte ihn auf die Wahl aufmerksam gemacht. Auch er war von der „tollen Truppe“ höchst angetan und hat durch die Veranstaltung in Sachen „Modeln“ Blut geleckt: „Klar kann ich mir vorstellen, das künftig wieder zu machen“, meinte er. Er und Stefanie Schuster konnten sich gleich bei Profi-Models ein paar Tricks abschauen, denn diese präsentierten im Rahmen einer Modenschau aktuelle Trends aus Laufer Geschäften.
Zu sehen war alltagstaugliche Mode, mal lässig, mal schick. Der Trend ging dabei zu fließenden, glänzenden Stoffen in Silber-Tönen in Kombination mit großflächigen Printmustern. Aber auch Pailletten-Stickereien und Jeansstoffe waren vertreten, genau wie Leoparden-Muster und graphische Streifenmuster in schwarz-weiß.
Humorige Begleitung
Außerdem wurden die neuesten Trends für „Darunter“ sowie für Bademoden vorgeführt. Und auch die Kindermode, präsentiert von Mini-Models, fehlte natürlich nicht. Doch nicht nur feine Mode begeisterte die Zuschauer, dies tat auch Kabarettist Bernd Regenauer. Mit seinem fränkischen Humor nahm er den Schönheitswahn unserer Zeit auf die Schippe und vermutete: „Irgendwann werden die Archäologen von uns nur noch Silikonkissen finden“.
Den Schweinebraten bezeichnete er als „Trennkost“: Denn irgendwann trennt sich bei diesem Essen die Frau. Mit solchen Pointen hatte er die Lacher auf seiner Seite. Philipp Schwarz setzte dagegen auf die Kunst der Zauberei: Er schaffte mit seinen „zaubernden Händen“ eindrucksvolle Momente.
Demokratie in Mode
So ließ er sich zum Beispiel von Bürgermeister Benedikt Bisping, der Schirmherr der Veranstaltung war, einen unterschriebenen 50-Euro-Schein geben. Der so gekennzeichnete 50-Euro-Schein steckte wenige Minuten später auf wundersame Weise in einer Zitrone. Bisping hatte zuvor die Gäste begrüßt und seine Freude über die Modegala zum Ausdruck gebracht, denn Mode bedeute Vielfalt. Und genau diese Vielfalt, die in der Mode zum Ausdruck komme, sei in einer funktionierenden Demokratie nötig.
Kulinarische Genüsse
Neben Mode kamen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz: Das Drei-Gänge-Menü von den Laufer Gaststätten „Zwinger-Melber“ und „Altes Rathaus“ wurde von den Auszubildenden der Gastronomieklasse der Berufsschule in Lauf serviert.
Den krönenden Abschluss nach Vor- und Hauptspeise bildete ein mitternächtliches Eisbuffet von der „Eis-Lounge“. Gewinner waren nicht nur Miss und Mister Lauf, sondern auch die Tiere: Bei einer Tombola zugunsten der „Tierhilfe Franken“ gab es tolle Preise zu gewinnen. Die Live-Band „Wulli Wullschläger“ sorgte für die musikalische Umrahmung des Gala-Abends.
Zunächst noch als dezente Begleitung, zeigte sie nach dem Ende des offiziellen Teils ihre Qualitäten als Show-Band. Mit Hits wie „Summer of 69“ lockte sie die Zuschauer auf die Tanzfläche. Dann gab es kein Halten mehr: Es wurde getanzt und gefeiert, bei einigen sogar, bis die Schuhe über die Tanzfläche flogen.
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