Schnelles Internet für Lauf und alle Ortsteile
03.03.2014, 21:24 Uhr
Da kann und will die Telekom nicht nachstehen und hat mitgeteilt, bis spätestens Ende 2016 auf der normalen Telefonleitung zunächst bis zu 50 Mbit/s und in einem zweiten Schritt ebenfalls 100 Mbit/s zu übertragen (bisher sind zwei und 16 Mbit/s der normale Privatstandard). Und das Beste für die Stadt Lauf dabei, sie muss sich nicht an den Ausbaukosten für die Kernstadt beteiligen oder dafür Förderprogramme in Anspruch nehmen, wie der im Rathaus zuständige Referent Uwe Zwick in der letzten Stadtratssitzung mitteilte. Der Markt, sprich der Wettbewerb unter den Anbietern, führt zu diesen Investitionen. Weil, so Zwick, sich beide Anbieter mit ihren schnellen Datenleitungen natürlich in Zukunft ein Geschäft versprechen.
Für die Telekom bedeutet dieser Ausbau auf V-DSL dabei einen wesentlich höheren Aufwand, weil sie umfangreiche Tiefbauarbeiten durchführen muss. Das heißt, jeder Telefonverteilerkasten (graue Kästen an vielen Ecken der Stadt) wird direkt an das Glasfaserkabel angeschlossen. Vom Verteiler aus geht es dann mit dem vorhandenen Telefonkabel in jedes Haus. Dabei hat weiterhin die Entfernung vom Verteiler zum Kunden Einfluss auf die Geschwindigkeit: Im schlechtesten Fall sollen aber immer noch 30 Mbit/s ankommen. Und wenn dann in einem zweiten Schritt das sogenannte Vectoring (Unterdrückung von Überlagerungen) greift, sind auch hier 100 Mbit/s möglich.
Einfacher hat es da Kabel Deutschland. Hier will man fast vollkommen ohne Tiefbauarbeiten und neue Leitungen auskommen. Allerdings benötigt der Kabelnetzanbieter für sein schnelles Netz in Lauf eine neue Zentrale. Bisher nutzte Kabel dafür den Knoten der Telekom in der Laufer Ahornstraße. Weil dies aus Kostengründen, so die Mitteilung an die Stadt schon vor einem Jahr, künftig nicht mehr geht, suchte Kabel einen neuen Standort in der Nähe der Hauptleitung in der Hardtstraße und bat bei dieser Suche auch die Stadt um Hilfe. Dabei kam die Verwaltung zwar schnell auf die kleine Grünanlage gegenüber des Gymnasiums, im Bauausschuss stieß dieser Standort für die technische Einheit in der Größenordnung von zwei bis drei Garagen aber nicht bei allen Stadträten auf Zustimmung. Vor allem die Lage des Containers innerhalb der Grünfläche zwischen CJT-Gymnasium und Kunigundenschule sorgte für Diskussionen.
Geringer Eingriff in die Grünzone
Norbert Maschler von der CSU etwa wies wiederholt auf den Wert der Grünfläche hin und wollte unbedingt verhindern, dass der Container auf längere Zeit eine andere, noch nicht bekannte Nutzung der Fläche verhindert. Stattdessen votierten er und eine Reihe von Stadträten für einen ebenfalls von der Verwaltung vorgeschlagenen Standort im Süden der Fläche, näher an der Kunigundenschule. Dadurch, so sein Argument, bliebe die Grünfläche insgesamt für eine andere Nutzung frei.
Bauamtsleiterin Nürnberger hatte dagegen als Standplatz eine Fläche an der Peter-Vischer-Straße, direkt im Anschluss an drei Garagen einer kleinen Wohnanlage favorisiert. Weil hier der Eingriff in die Grünzone am geringsten ist, so ihre Begründung.
Am Ende und nach längeren Diskussionen folgte eine Mehrheit im Stadtrat dieser Empfehlung. Auch, weil die Gefahr bestand, wie Elke Neidl vom Liegenschaftsamt und Udo Zwick deutlich machten, dass der Kabelanbieter ohne einen Container-standort das gesamte Investitionsprojekt fallen lässt.
Tatsächlich habe Kabel Deutschland damit gedroht, dass sich bei noch längerem Zuwarten das Zeitfenster für eine Investition in Lauf schließen würde. Und dann könnte oder würde vermutlich der schlimmste aller Fälle eintreten, dass nämlich auch die Telekom ihren Netzausbau wieder auf Eis legt. Weil dann ja keine Gefahr durch das schnelle Netz der Konkurrenz mehr drohen würde, so die Überlegungen in der Verwaltung.
Förderprogramm für Ortsteile
Die Einwohner in der Kernstadt können sich also auf ein schnelles Internet freuen, wie aber schaut die Versorgung in den Ortsteilen aus? Gar nicht so schlecht, wie die Stadträte von Roland Zeltner von der Breitbandberatung Bayern erfuhren. Die Firma hilft Kommunen dabei, an Fördergelder heranzukommen, wie schon einmal in Lauf geschehen. Jetzt stehen die Chancen gut, auch im zweiten und ganz aktuellen Förderprogramm der Staatsregierung zum Zuge zu kommen, wie das Unternehmen in einer Bestandsaufnahme der Netzausstattung in den Ortsteilen festgestellt hat.
Bis zu 500.000 Euro Fördermittel könnte Lauf erhalten, bei einer Investition von über einer Million Euro für den Netzausbau in alle Ortsteilen. In den nördlichen wie Neunhof und in den südlichen wie Schönberg. Genaue Zahlen gibt es zwar noch nicht, Ziel ist aber eine Übertragungsgeschwindigkeit von 30 bis 50 Mbit/s, realisiert werden könnte sie, wenn es gut geht, schon in zwei Jahren. Auch wenn kein Beschluss gefasst wurde, einig waren sich die Fraktionen darin, alle Ortsteile gleich zu behandeln und sie auf einmal ins Programm zu nehmen.
Keine Kommentare
Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich vorher registrieren.
0/1000 Zeichen