Absturz
Wird Hubschrauber-Unglück in Ausstellung beleuchtet?
27.06.2021, 14:59 UhrAus zwei großen Ordnern kann Bayerlein schöpfen und wird dabei auch das, was damals durch die bundesweite Presse ging, berücksichtigen und Augenzeugenberichte dokumentieren. Zudem beleuchtet der Historiker die Lage in Deutschland im Jahr 1971 sowie die militärische Situation der Amerikaner vor 50 Jahren. Das alles gehört zur Geschichte des schweren Unglücks. Bis heute ist es das schwerste amerikanischer Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg.
37 Tote bei Hubschrauberabsturz im Jahr 1971
Bayerlein will aber noch mehr: Er möchte die verunglückten Soldaten aus der Anonymität holen. Zwar werden zur Gedenkfeier im August dieses Jahres auf einem Gedenkstein die Namen der Verunglückten aufgeführt, aber der 53-jährige Stadtarchivar möchte zumindest einem Teil der Opfer ein Gesicht geben – jungen Menschen, die keine Chance hatten, zu überleben. Der jüngste der Soldaten, sagt Bayerlein, war gerade mal 18 Jahre alt, der älteste keine 40.
Kontakt zu Hinterbliebenen
Über eine Ahnenforschungs-Datenbank ist Bayerlein an Kontakte von Angehörigen der Verunglückten gekommen. Rund ein Dutzend Familien, die in den Vereinigten Staaten leben, hat er daraufhin angeschrieben. Bei einigen Familien stieß Bayerlein, auf Bereitschaft, etwas über das Leben der jungen Soldaten zu erzählen. Geschwister und in einem Fall eine noch lebende Ehefrau eines der Opfer waren dazu bereit. Einige der Verunglückten hatten auch schon Kinder. Bayerlein wollte wissen, welche Menschen auf der Fischelhöhe ihr Leben lassen musste und wie die Familien mit dem plötzlichen Tod ihrer Söhne oder Brüder umgegangen sind.
Erinnerungen an den 18. August 1971
Eine tragische Geschichte erzählt Bayerlein schon vorweg: Ein Opfer war der 24-jährige Arthur Kearney, ältester Sohn von neun Geschwistern. Letztere erinnern sich, dass der junge Mann der ganze Stolz der Eltern und der Familie gewesen sei. Als er die Einberufung zum Militär bekommen hat, ging die Angst um, dass Arthur im damals noch tobenden Vietnam-Krieg sein Leben könnte lassen müssen.
Die Erleichterung sei bei der Familie damals groß gewesen, als Arthur stattdessen nach Deutschland abkommandiert wurde. "Dass er dabei sein Leben bei einem Unglück verliert, war für die Familie ein großer Schock", berichtet Bayerlein. Von der Famlie Kearney hat Bayerlein viel Zuspruch und Anerkennung bekommen, dass er auf diese Art der Opfer gedenkt.
50 Jahre danach: Pegnitzer Gymnasiasten sprechen mit US-Soldaten über Hubschrauberabsturz
Bayerlein wird in der Ausstellung auch dokumentieren, wie die Klagen der betroffenen Familien – sie verklagten den Hersteller des Chinook-Hubschraubers und die Zulieferfirmen – ausgegangen sind.
Die Ausstellung wird am 22. Juli zunächst im Kultur- und Militärmuseum in Grafenwöhr eröffnet und ist knappe vier Wochen später, ab 16. August, im Pegnitzer Bürgerzentrum zu sehen.
INFOStadtarchivar Andreas Bayerlein nimmt gerne noch Schilderungen des Unglücks auf der Fischelhöhe von Augenzeugen entgegen. Er ist unter der Rufnummer (0 92 41) 7 23 26 telefonisch zu erreichen.
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