5000 bilden Demonstrationszug voller Trauer

21.11.2003, 00:00 Uhr

Unter dem Motto „Bildung darf nicht sterben“ hatte das studentische Fachschaftsbündnis aller Fakultäten eine Demonstration gegen die Sparpläne der Staatsregierung angemeldet, doch statt der erwarteten 1000 Studenten „sind wahnsinnige 5000 gekommen“, wie Robert Haberzettl von der Fachschaft Pharmazie angenehm erschüttert schwärmte.

CSU-Hochschulminister Thomas Goppel mit Sense, Regierungschef Edmund Stoiber als „Roiber“, der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Vogel als Hochschulpolitischer Sprecher seiner Fraktion (und Kritiker der CSU-„Rasenmähermethode“) unter den Demonstranten - es ging bunter zu, als das triste Schwarz, die fröhliche Modefarbe der letzten Jahre vermuten ließ. „Spar dich doof!“ lautete der fröhlichste Spruch, knapp gefolgt von „Laptop und Bildungslose!“ (statt „Laptop und Lederhose“ als Bayern-Signum) - das war der Spruch „Alles Sch....!“ der Fachschaft Informatik doch etwas erklärungsbedürftig. Aber Jochen M., Student im vierten Semester, hat „die Schnauze gestrichen voll“ von Vorlesungen, in denen sich statt 20 ziemlich genau 120 Studierende drängeln - „dann wird wohl auch klar, was wir mit dem Spruch meinen.“

Im Zug dann der Akademische Direktor Rudolf Kötter, der mit seinem Kollegen Wolfgang Edrich mitläuft, „weil diese Rasenmähermethode des Kürzens mehr als ärgerlich ist“, ein langfristig angelegter Sparplan Forschung und Lehre weit weniger gefährdet hätte, als dieser „Kahlschlag auf Verdacht“, wie die beiden dies formulieren. Die geplanten Stellenstreichungen gefährdeten ganze Bereiche und bedrohten den akademischen Mittelbau, ohne den ein vernünftiger Lehrbetrieb nicht aufrecht erhalten werden könne.

Auf dem Rathausplatz, nachdem der Zug den Verkehr in der Innenstadt zum Erliegen gebracht hatte, schließlich Einstimmung mit aufwühlender Musik von Richard Wagner: Walkürenritt aus dem ersten Tag des „Rings“. Das Publikum hatte es natürlich sofort erkannt. „Ist das nicht das musikalische Thema aus dem Vietnamkrieg-Epos von Francis Ford Coppola?“, fragte eine Studentin. Klar doch. Titel: Apocalypse now! pm