Erlangen: „Meisterschaftsfeier“ für 25 Könner
08.12.2014, 11:54 UhrDie bestandene Meisterprüfung sei „der Beginn eines neuen, spannenden Lebensabschnitts“, sagte Kreishandwerksmeister Siegfried Beck, und fügte an: „Sie, die jungen Meisterinnen und Meister, sind die tragende Säule im Wirtschafts- und Gemeinwesen unseres Landes“. Beck kritisierte die zunehmende Bürokratie und deutete an, die Handwerker könnten die geplante StadtUmland-Bahn unterstützen, wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis stimme.
Gegen Akademisierung
Mittelfrankens HandwerkskammerPräsident Heinrich Mosler schlug unter dem Motto „Nichts ist beständiger als der Wandel“ einen Bogen vom Ersten Weltkrieg bis heute, warnte vor einer Akademisierung und konstatierte, bei den durchschnittlichen Lebenseinkommen von Akademikern und Handwerkern gebe es „praktisch keine Unterschiede“. „Unfug“ nannte er Befürchtungen, der Meistervorbehalt in den Berufen schränke den Wettbewerb ein. Die duale Ausbildung in Deutschland müsse erhalten bleiben, Meister benötige man auch als Ausbilder, dadurch verhindere man hohe Jugendarbeitslosigkeit. Er forderte Brüssel auf, die Hände vom Meisterbrief zu lassen. Durch die Aufhebung der Meisterpflicht für 52 Berufe seien dort 50 Prozent der Ausbildungsplätze verloren gegangen.
Der Staatssekretär im Bildungsministerium, MdB Stefan Müller, sagte dazu: „Aus unserer Sicht braucht es keine Änderung der Gesetzeslage“. Er werde darum alles daran setzen, dass sich nichts beim Meistervorbehalt ändere. Auch für den Erhalt vom „Handwerkerbonus“, der Steuerermäßigungen für Handwerkerleistungen vorsieht, wolle er sich einsetzen. Oberbürgermeister Florian Janik sieht das Handwerk und deren Meister als „gute Partner der Stadt“, Landratsstellvertreter Christian Pech wies darauf hin, dass der Landkreis dringend Fachkräfte und Meister benötige.
Die jungen Meisterinnen und Meister erhielten ihre Meisterbriefe von Heinrich Mosler, der das letztmalig tat, wird er doch aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl antreten.
Aus Erlangen erhielten ihre Meisterbriefe Patrick Koch (Elektrotechnik), Stefan Lochner, Vlatko Vrljic, Alexander Nottrott (alle Kfz-Technik), Robert Schwindsackel (Metallbauer) und Antonia Naßutt (Raumausstatterin). Aus dem Landkreis legten Maximilian Sacher (Kfz-Techniker, Bubenreuth), Florian Hübner (Maler und Lackierer, Eckental), Nadine Zippel (Friseurin, Herzogenaurach), Daniel Nussel (Elektrotechniker, Herzogenaurach), Eileen Hildebrand (Friseurin, Heßdorf), Annalena Volk, die zudem den Wirtschaftsförderpreis der Energie bekam (Konditorin, Marloffstein), Daniel Zitzmann (Kfz-Techniker, Möhrendorf), Manfred Steinbrecher (Feinwerkmechaniker, Spardorf), sowie die drei Weisendorfer Thomas Rüdiger, Michael Steidl (beide Feinwerkmechaniker) und Christian Halter (Kfz-Techniker) erfolgreich ihre Meisterprüfung ab.
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