Jetzt wird auch die Seele versorgt

06.05.2009, 00:00 Uhr
Jetzt wird auch die Seele versorgt

© Bernd Böhner

Die beiden erhielten eine Spende in Höhe von 12 500 Euro überreicht, mit der ein Jahr lang eine in der Praxis arbeitende Psychoonkologin bezahlt werden kann.

«Nach der Diagnose Krebs bricht für die Betroffenen eine Welt zusammen», so der Onkologe und Hämatologe Michael J. Eckart. Der Facharzt führt zusammen mit seiner Kollegin Babette Häcker in der Nägelsbachstraße eine onkologische Schwerpunktpraxis, in der Patienten nach der Diagnose ambulant betreut werden. Gerade im ambulanten Bereich gibt es aber für Patienten keine von den Kassen bezahlten psychotherapeutischen Angebote, obwohl die Therapie der körperlichen Erkrankung alleine oft nicht ausreicht. «Eine Krebserkrankung trifft den ganzen Menschen», betont Eckart, der auch mit den psychischen Problemen seiner Patienten regelmäßig konfrontiert wird.

Um dieses Versorgungsdefizit zu lindern, hat Eckart den Förderverein des Tumorzentrums der Universität um finanzielle Hilfe gebeten, um ein auf seine Praxis zugeschnittenes Angebot an seine Patienten realisieren zu können: Mit den überreichten 12 500 Euro ist es jetzt möglich, den Patienten der Schwerpunktpraxis einmalig ein Gespräch mit der Psychoonkologin Kerstin Happich anzubieten. Sie wird in den kommenden zwölf Monaten einen Tag pro Woche in der Praxis sein und den an Krebs Erkrankten zur Seite stehen.

«Der Patienten-Zustrom ist schon jetzt sehr groß», berichtete Eckart über die ersten Erfahrungen, nachdem das Projekt mit Monatsbeginn gestartet worden ist. Eckart nahm die Spende aus den Händen von Prof. Matthias W. Beckmann entgegen, der Vorsitzender des Tumorzentrums ist.