Meditationsfrosch in Erlangen begehrt

13.04.2014, 16:58 Uhr
 Meditationsfrosch in Erlangen begehrt

© Henrik Günther

Der Trubel um seine Person scheint an ihm abzuprallen. Drei Euro stehen im Raum. Wer bietet mehr? Der goldene Meditationsfrosch schaut weiterhin regungslos über die Köpfe des Publikums hinweg. Der Frosch stehe für Gelassenheit und bringe Glück, erklärt Auktionatorin Anne-Lore Mauer.

Wenn die Religionspädagogin nicht den Hammer schwingt, dann organisiert sie Ausstellungen für die Erlanger Erwachsenenbildungseinrichtung „Bildung Evangelisch“. Vier Euro. Vielleicht könne man den Frosch als WM-Glücksbringer einsetzen? Fünf Euro.

Schließlich findet das Exponat einen neuen Besitzer. Für neun Euro verkauft an Stefan Ortlib aus Bamberg. „Der strahlt Ruhe und Heiterkeit aus, das gefällt mir“, erklärt der Käufer. Jetzt wird der Frosch auf seinem Schreibtisch gelassen über alle Papierberge hinwegschauen.

Wo fängt Kitsch an?

Mit dem Kitsch sei das so eine Sache, erklärt Mauer. Auf Anhieb würden sich die wenigsten als Kitsch-Liebhaber outen. „Aber wir alle haben eine kitschige Seite“, weiß die Studienleiterin.

Die Ausstellung „HerzTräne“, die in Kooperation mit dem Studiengang Medien-Ethik-Religion auf die Beine gestellt wurde, wollte zum Nachdenken anregen.

„Kitsch will vereinfachen. Gerade bei komplexen Fragen, die Religionen aufwerfen, ist das berechtigt und sinnvoll“, ist sich Maurer sicher.

Doch wo fängt Kitsch an? Sind die betenden Dürer-Hände etwa Kitsch? Bei Angela Handly-Klarwein regt sich da Widerstand: „Vieles hier sind Alltagsgegenstände, die ich nicht auf Anhieb mit Kitsch zusammen bringe“. Auch Studentin Eva Schwindsackel war überrascht, als pausbäckige Engelsfiguren, die hier und dort in Kirchen zu finden sind, im Seminar als Kitsch abgestempelt wurden.

Bei Putten ist die Kitsch-Frage schon schwieriger zu beantworten – bei anderen Ausstellungsgegenständen fällt das Urteil hingegen einstimmig: chinesische Winkekatzen, Jesus-Toast-Schablonen und Buddhastaturen sind natürlich Kitsch, da sind sich alle sofort einig.

So wechselt dann auch der nächste Buddha seinen Besitzer. Für zwei Euro verkauft an Religionslehrerin Sandra Eberle. Den Buddha könne sie gut für ihren Unterricht gebrauchen, erklärt die Paukerin. Und den Rest, den sie erstanden hat? „Keine Ahnung, was ich damit anfangen werde“. Wie das mit Kitsch nun einmal so ist.

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