Zuschussanträge werden zurückgestellt

18.05.2010, 00:00 Uhr

Die Kultusgemeinde unter Vorsitz von Esther Klaus sieht sich als Nachfolgerin der ehemals existierenden jüdischen Gemeinden Erlangen, Baiersdorf, Eckental-Forth, Adelsdorf Mühlhausen und Vestenbergsgreuth. Schon 1974 hatte es unter Shlomo Lewin und Josef Jakubowicz Bestrebungen zur Wiedergründung einer jüdischen Gemeinde gegeben, die durch den brutalen Mord an Shlomo Lewin und an seiner Lebensgefährtin Frida Poeschke (Dezember 1980) ins Stocken geriet. Durch den Zuzug von Russlanddeutschen jüdischen Glaubens und weiterer Zuwanderer ergab sich dann die Notwendigkeit einer neuen jüdischen Gemeinde. Diese sieht ihre Aufgabe nicht nur in der Organisation von Gottesdiensten, sondern auch im Religionsunterricht für jüdische Schüler und Erwachsene, in der sozialen Betreuung der Gemeindemitglieder sowie in der Öffentlichkeits-. und Integrationsarbeit.

Der Landkreis fördert dies heuer mit einem Zuschussbetrag von 3 000 Euro. Der Kreisausschuss Erlangen-Höchstadt, der gestern diese Mittel bewilligte, legte sich dagegen bei zwei weiteren Zuschüssen, die für Kultureinrichtungen vorgesehen waren, vorerst quer. Je 3 000 Euro Förderung für das Möhrendorfer Mühlentheater und für das Theater »Kuckucksheim« in Adelsdorf wurden auf Eis gelegt. Sowohl CSU-Fraktionschef Andreas Galster (Baiersdorf) als auch sein SPD-Kollege Jörg Bubel (Adelsdorf) wünschten vor einer Mittelbewilligung konkrete Förderrichtlinien. Der CSU-Antrag auf Vertagung wurde mehrheitlich angenommen, obwohl Landrat Eberhard Irlinger leidenschaftlich vor allem für eine rasche Zuwendung an das Adelsdorfer Theater eintrat. Aber man wollte ein Regelwerk, um Zuschussbewilligungen und -absagen begründen zu können. Beim Mühlentheater spielte noch etwas anderes mit: Da dem Theater die Zwangsversteigerung drohe, will sich der Landkreis mit einer Förderung bis zur Klärung zurückhalten.