Bienvenidos — Willkommen in der Fränkischen Schweiz

15.11.2013, 09:12 Uhr
Bienvenidos — Willkommen in der Fränkischen Schweiz

© Stefan Bergauer

„Detecta la hermosura oculta“ — Sie verstehen nur Spanisch? Ist es auch. Der Satz heißt so viel wie: „Entdecken Sie die verborgene Schönheit“ und prangt unter dem Titel „La Franconia Suiza“ auf dem Titelbild des ersten spanischsprachigen Reiseführers für die Fränkische Schweiz.

Den hat das letztjährige spanische P-Seminar des Gymnasiums Fränkische Schweiz in mühsamer Kleinarbeit erstellt. Auf 40 Seiten soll der Reiseführer spanischsprechenden Touristen Anhaltspunkte für ihren Urlaub in der Region bieten. „Bisher gibt es so etwas nicht“, sagt Reinhard Löwisch, stellvertretender Leiter der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz, bei der Vorstellung des Reiseführers im Gymnasium. „Spanischsprachige Angebote gibt es lediglich für die Teufelshöhle in Pottenstein und das Levi-Strauss-Museum in Buttenheim.“

Mit dem neuen Reiseführer ist das Angebot deutlich ausgeweitet. Zu Festen, Freizeitaktivitäten, Burgen, Ruinen, Höhlen, Kirchen finden sich kurze Texte in der Broschüre. Das Thema Brauereien darf natürlich nicht fehlen, ebenso wie ein Hotel- und Gaststättenverzeichnis. Bilder, beispielsweise von der Kirschblüte in Pretzfeld, runden das Heft ab. „Es soll ein Reiseführer zum Einstieg sein“, sagt Christian Kiehr. „Weiterführende Informationen gibt es dann auf Englisch.“ Oder im Internet, die entsprechenden Links sind bei den einzelnen Sehenswürdigkeiten verzeichnet.

Spanischlehrer Kiehr hatte die Idee. „Ich habe natürlich überlegt, was umsetzbar und für die Schüler interessant ist“, sagt er. Dann ist er auf das Thema Heimat gestoßen und damit auch das Selbstverständnis des Gymnasiums. „Der Reiseführer ist ganz im Sinne unseres Profils als ländliche, in der Region stark verwurzelte Schule“, lobt Schulleiter Erhard Herrmann. So wolle man die Heimat weitertragen und den Urlaub versüßen.

Anspruchsvolles Projekt

Ein Jahr lang haben die 15 Teilnehmer des P-Seminars zwei Stunden pro Woche an dem Reiseführer gearbeitet. „Es war eine Herausforderung, vor allem auch wegen der fremden Sprache“, erzählt Laura Jungwirth. Gerade einmal zwei Jahre zuvor hatten die Schüler die ersten spanischen Wörter gelernt — und übersetzten nun Informationen zu Sehenswürdigkeiten, recherchierten Angebote und machten eigene Fotos.

Jungwirth beackerte dabei das Feld der möglichen Freizeitaktivitäten. Ihre frühere Mitschülerin Anne Müller machte sich auf die Suche nach Geheimtipps für das Gaststättenverzeichnis und nach Sponsoren, die den Druck des Reiseführers ermöglichten. Bei Sparkasse und Volksbank Forchheim wurde die Hagenbacherin fündig.

Auch die redaktionelle Arbeit übernahmen die Schüler. „Wir haben Gestaltung und Auswahl überlegt“, sagt Jungwirth. „Ob man sich auf Ebermannstadt konzentrieren sollte oder auf die Fränkische Schweiz.“ Aus der Tourismuszentrale kam dann die Anregung, das Gebiet zu erweitern und auch Bayreuth, Kulmbach und Thurnau vorzustellen. Übersetzer haben am Ende den Feinschliff der von Isabel Albert, Sara Bauer, Verena Böhm, Annika Ernst, Sabine Fruntz, Theresa Gerwig, Jana Herzer, Janina Hölzel, Teresa Hübschmann, Anna Kraus, Luisa Mai, Anna Neuner, Josephine Sandig, Müller und Jungwirth geschrieben Texte übernommen.

„Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht“, sagen die beiden ehemaligen Schülerinnen. Mittlerweile ist das Abitur vorüber, das P-Seminar hat sich zerstreut. Wegen Verzögerungen beim Druck konnte die Broschüre erst nach der Schulzeit vorgestellt werden. Der Reiseführer soll bei der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz online abrufbar sein. Gedruckt ist er in einer Auflage von 250 Stück erschienen. Löwisch will seine Kollegen in den anderen Tourismuszentralen am liebsten heute als morgen damit versorgen. Noch gebe es zwar kaum spanischsprechende Touristen. Doch der Reiseführer, so Löwisch, könnte der Einstieg in einen neuen Markt sein. Ein entsprechender Messeauftritt könnte folgen.

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