Das kühle Nass ist in aller Munde

10.05.2010, 00:00 Uhr

Belastungen im Grundwasser, aktuelle Bevölkerungsentwicklung und veränderte rechtliche Rahmenbedingungen stellen nicht nur die Wasserversorger in Oberfranken vor große Aufgaben. »Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer wichtigsten Lebensressourcen, dem Trinkwasser, ist eine Aufgabe, die uns alle angeht«, führte Regierungspräsident Wilhelm Wenning in die Veranstaltung ein.

»Daher lohnt es sich, den Blick einmal in andere europäische Länder zu richten.« In Vertretung für Staatssekretärin Melanie Huml referierte der Regierungspräsident sodann über die Vernetzung von Grundwasserschutz und nachhaltiger Regionalentwicklung. Wasser sei ein wichtiger Standortfaktor für Bayern. Nur eine nachhaltig betriebene Wasserwirtschaft sei die Garantie für eine gesicherte wirtschaftliche Zukunft.

Unterschiedliche Strukturen

Einen Einblick auf die Trinkwasserversorgung in Europa und einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gab Michaela Schmitz vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Die Vielfalt der EU spiegele sich auch in den unterschiedlichen Strukturen der Wasserversorgung wider. Für alle Mitgliedsstaaten gilt gleichermaßen: Sie müssen auf der Grundlage der europäischen Vorgaben eine qualitativ hochwertige Trinkwasserversorgung organisieren.

Über die Qualität des Trinkwassers in Europa informierte Birgit Mendel vom Bundesministerium für Gesundheit. Sauberes Trinkwasser sei das wichtigste Lebensmittel. Rund 45 Milliarden Kubikmeter Trinkwasser verbrauchten die 500 Millionen Menschen in der Europäischen Union jährlich. In den meisten Mitgliedsstaaten werde es größtenteils aus Grundwasser gewonnen.

Wie Landwirte aktiv in den Grundwasserschutz eingebunden werden können, zeigte das von Thomas Übleis vorgestellte Kooperationsmodell der Wasserschutzberatung in Oberösterreich, die im Rahmen freiwilliger Kooperation mit den »Wasserbauern« eng zusammenarbeitet.

Über die positiven Erfahrungen mit der Aufnahme von Vorrang- und Vorbehaltsflächen für die Wasserversorgung in die Regionalplanung berichtete Thomas Müller von der Regierung von Mittelfranken. Den Abschluss des Wasserforums Oberfranken bildete die Vorstellung des zukünftigen Bayerischen Wegs der Trinkwasserversorgung durch Michael Haug vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit.