Diana Schriefer ist immer im Baby-Einsatz
22.02.2012, 17:35 Uhr
Diana Schriefer ist Hebamme aus Passion und schon als Kind in der Grundschule war es immer ihr großer Wunsch, einmal Hebamme zu werden. Diesen Wunsch hatte sie sich aber erst erfüllt, nachdem sie Arzthelferin in einer orthopädischen Praxis in Ebermannstadt gelernt hatte.
Heute kann sich Diana Schriefer keinen schöneren Beruf mehr vorstellen. Obwohl es sehr stressig und anstrengend ist und die freiberuflichen Hebammen aufgrund immer mehr gesetzlicher Vorschriften immer weniger werden. Viele Hebammen können sich einfach nicht mehr die Haftpflichtversicherung für die Geburtshilfe leisten, die pro Jahr rund 4200 Euro kostet. „Deswegen hören auch viele freiberufliche Hebammen mit der Geburtshilfe auf“, sagt Diana Schriefer, die in der Pegnitzer Sana-Klinik pro Jahr etwa 80 Babys als Hebamme mit zur Welt bringt. Pro Geburt bekommt sie dafür eine Pauschale von 237 Euro und für einen Hausbesuch, der zwischen einer und eineinhalb Stunden dauert, 27 Euro.
Nicht viel übrig
Selbst bezahlen muss sie neben der Haftpflichtversicherung auch die Renten- und Pflegeversicherung, ihre eigene Krankenversicherung und eine Unfallversicherung. Unter dem Strich bleibt da nicht mehr allzu viel übrig, weshalb immer mehr junge Frauen zurückschrecken, den Beruf einer selbstständigen Hebamme zu ergreifen. Diana Schriefers Einzugsgebiet für die Hausbesuche vor und nach der Geburt ist groß. Von Waischenfeld über das Ahorntal bis Bayreuth, von Gößweinstein und Umland bis Pegnitz und Umgebung. Nicht selten fährt sie täglich bei jedem Wetter, auch nachts, wenn sie gerufen wird, an die 100 Kilometer um junge Mütter und Väter zu beraten.
Zwei dieser jungen Eltern sind die 26-jährige Christine und deren 28-jähriger Mann Matthias Alberth aus Breitenlesau. Vor vier Wochen ist ihr putzmunteres Töchterchen Lea in der Sana-Klinik in Pegnitz mit der Geburtshilfe von Diana Schriefer zur Welt gekommen. Christine und Matthias Alberth sind mit der Betreuung durch Diana Schriefer sehr zufrieden. Sie waren auch schon vor der Geburt beim Geburtsvorbereitungskurs, den Diana Schriefer bereits seit drei Jahren bei sich zu Hause in Behringersmühle anbietet. Für die Geburt und auch danach ist dies ein großer Vorteil, weil man sich ja schon vorher kennt, sagt Diana Schriefer.
„Das würden wir wieder so machen“, sagt Christine Alberth. Nach der Geburt besucht Diana Schriefer Eltern und Kind in den ersten acht Wochen etwa 16 Mal zu Hause. Sie gibt Tipps zur Ernährung ebenso wie zum richtigen Halten des Säuglings. Ganz wichtig ist auch die Nabel- und Gewichtskontrolle sowie die Unterstützung der Mutter im Alltag mit dem Kind. Zu den Alberths wurde Diana Schriefer bisher nur einmal außer der Reihe gerufen. Das war, als sich bei Lea das kleine Fingerchen entzündet hatte. Diana Schriefer wusste natürlich sofort einen Rat und die richtige Behandlung.
Die Besuche der Hebamme nach der Geburt sind unterschiedlich. „Es gibt Eltern, da komme ich in den ersten Tagen nach der Geburt täglich vorbei, bei anderen nicht so oft“, so Diana Schriefer, die auch am Wochenende oder an Feiertagen Hausbesuche macht. Seit kurzem bietet Diana Schriefer auch sogenannte „Rückbildungskurse“, also spezielle Gymnastikkurse für die Mütter an, die auch von den Krankenkassen bezahlt werden. Christine Alberth hat sich für so einen Kurs bereits vormerken lassen.
Vertrauen aufbauen
Ganz wichtig ist es, dass man ein Vertrauensverhältnis mit den Eltern aufbaut, sagt Diana Schriefer, die sich mit ihrer Kollegin Stefanie Köhler aus Pegnitz bei der durchgängigen Betreuung von Wehenbeginn bis hin zur Geburt abwechselt. Da eine Geburt bisweilen überraschend kommt, kann es schon vorkommen, dass die Geburtshilfe eine der Kolleginnen von Diana Schriefer macht. Umgekehrt ist dies genauso möglich.
Etwa 800 Kinder hat Diana Schriefer als Hebamme bis heute mit auf die Welt gebracht. Darunter war allerdings keine einzige Hausgeburt mehr. Von einer Hausgeburt würde sie auch abraten, da es in einer Klinik eine medizinische und technische Sicherheit für Mutter und Kind gibt, die man zu Hause so nicht hätte, falls es zu Komplikationen während der Geburt kommen sollte. Die meisten Mütter bleiben mit ihren Kindern dann auch drei bis vier Tage in der Klinik, was den Vorteil hat, dass der Kinderarzt die sogenannte U2Untersuchung noch im Krankenhaus machen kann.
Eine ihrer Klassenkameradinnen in der Gößweinsteiner Volksschule war Stefanie Poser, Tochter der Hebamme Elisabeth Poser. „In der dritten Klasse hat die Stefanie erzählt, dass ihre Mama Hebamme ist. Da habe ich gesagt, das mache ich auch einmal“, erinnert sich Diana Schriefer.
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