Knifflige Jugendarbeit fernab des Rampenlichts

19.03.2014, 11:00 Uhr
Knifflige Jugendarbeit fernab des Rampenlichts

© Roland Huber

In der mittelfränkischen Damen-Bezirksklasse ging es am letzten regulären Spieltag der Saison eigentlich für keine der beiden heimischen Teams aus der Fränkischen Schweiz mehr um etwas. Der TSV Ebermannstadt hat sich in den 14 Partien zuvor mit einer Bilanz von 8:6-Siegen im gesicherten Tabellenmittelfeld eingerichtet, während die Volleyballerinnen aus Egloffstein mit 4:10-Siegen nicht mehr von Relegationsplatz 7 wegkommen konnten. Für sie entscheidet sich erst in der Nachspielzeit, ob sie in die Kreisliga absteigen müssen.

Die Stimmung im Team des Bezirksliga-Absteigers, den die versammelte Konkurrenz vor der Saison natürlich zum Titelfavoriten kürte, litt unter der durchwachsenen Runde offensichtlich nicht. Unmittelbar vor Beginn der Partie sorgten die Egloffsteinerinnen für ein Schmunzeln auf den Rängen. Nachdem die TSV-Spielerinnen ihren obligatorischen Schlachtruf zur Motivation losgelassen hatten, überraschten die Gäste mit einem gekonnt vorgetragenen Liedchen.

Optimistische „Team-Oma“

„Wir mussten schon vor Saisonbeginn einige Ausfälle verkraften und wussten, dass es sehr schwer werden würde“ erklärt Anita Nebel, die seit den 90er Jahren in Egloffstein Volleyball spielt und sich selbst mit einem verschmitzten Lächeln als „Team- Oma“ bezeichnet. Im Jahr 2012 feierte die Mannschaft mit dem Bezirksliga-Aufstieg den bisher größten Erfolg der 1980 gegründeten Abteilung, ehe der Klassenverbleib im Folgejahr nur haarscharf verpasst wurde. Um die Zukunft macht sich Abteilungsleiterin Nebel trotz des drohenden Abstiegs in die Kreisliga keine Sorgen. Neben der 1. Mannschaft, deren jüngste Spielerin 26 Jahre alt ist, hat der SC eine blutjunge zweite Mannschaft im Spielbetrieb, die erfolgreich in der Kreisklasse Erfahrung sammelt. Darunter sieht es wiederum weniger rosig aus. Von den einst vier weiblichen Jugendteams ist nur noch eine kombinierte C/B-Jugend übrig geblieben.

Die Volleyballer des TSV Ebermannstadt kämpfen mit ähnlichen Problemen. Und das, obwohl man im Gegensatz zum SC Egloffstein über ausreichende Hallenkapazitäten zum Training verfügt. Erst vor dieser Spielzeit verlor das Damenteam, seit 17 Jahren betreut von Pamela Dittrich, wieder eine wichtige Stütze. Belinda Pfaff spielt mittlerweile an ihrem Studienort in Halle Landesliga. Immerhin konnten mit Laura Neuner, Julia Hutzler und Luisa Schmidt drei Eigengewächse integriert werden. In der kommenden Saison will der TSV wieder ein Mädchenteam für sieben- bis neunjährige Nachwuchsspielerinnen auf die Beine stellen.

Blick geht nach oben

Sportlich hat Dittrich in Ebermannstadt schon viel erlebt. Dem Höhepunkt mit der Teilnahme einer Jugendmannschaft an der Qualifikation zur Bayerischen Meisterschaft folgte vor wenigen Jahren der Absturz der Damen in die Kreisliga. Dieser Fehler ist längst korrigiert. Mit dem fünften Platz in der Bezirksklasse kann Dittrich gut leben und will den Blick in der nächsten Saison nach oben richten. Das Parkett in der Stadthalle verließen ihre Schützlinge nach dem Duell mit dem SC Egloffstein jedoch mit gesenkten Köpfen. Einen Satz dominierten sie deutlich und gewannen 25:14, in den drei anderen bis zum Schluss umkämpften Durchgängen zogen sie am Ende immer den Kürzeren. 21:25, 23:25, 21:25. Die anschließende Partie gegen den Tabellendritten SV Schwaig ging ebenfalls mit 1:3 verloren, so dass die TSV-Frauen mit ausgeglichener Bilanz von 8:8-Siegen in die Spielpause gehen. Für die Egloffsteinerinnen geht es nach der 0:3-Pleite gegen Schwaig in der Relegation weiter — fernab des Rampenlichts in einer einsamen Halle.

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