Ruf wieder hergestellt
19.10.2015, 09:00 UhrDie Ladarer Bläser ließen die „Grünbestrumpften“ aus Punzendorf sogar zum Rudern antreten – für die vom Vorsitzenden Markus Kriebel angesagten Projekte, die die Zukunft der Blaskapelle sichern sollen.
Zum Gründungsjahr verließ sich Kriebel ganz auf die Recherchen des inzwischen verstorbenen „Dorfchronisten“ Rolf Pätschinsky. Danach habe der katholische Ortsgeistliche Clemens Lindner den Bläserchor 1925 mit Ortsmusikus Johann Ochs und dem Beistand Gunzendorfer Musikanten ins Leben gerufen. Bald sei die Kapelle auch auf Tanzböden im Umland aktiv gewesen, aber der Krieg diktierte eine Pause.
Hans Böhm, Heinrich Leisner und Julius Oswald bauten die Gruppe danach wieder auf. Die 1960 in Dürrbrunn von Hauptlehrer Georg Turek gegründete Blaskapelle vereinigte sich 1968 zur Blaskapelle Unterleinleiter-Dürrbrunn. Deren Dirigent war bis 1999 sein Vater, Schulleiter Werner Kriebel, erinnerte der Sohn.
Der Stabführung von Agnes Krüger sei das Überleben der da noch losen Vereinigung zu verdanken, betonte der Vorsitzende. Selbst habe er dem Vorschlag der Vizevorsitzenden Cäcilie Winkler, Raimund Schuh das Dirigat anzutragen, dem Fortbestand des mittlerweile „drittklassigen Haufens“ nicht mehr getraut. „Ich habe mich gewaltig getäuscht“, gestand Kriebel.
Mit Herzblut und Einfühlungsvermögen habe Schuh seit vier Jahren eine neue Qualität entwickelt. „Die Blaskapelle genießt wieder einen guten Ruf“, umschrieb Kriebel die erfolgreichen, auch überörtlichen Auftritte. Dazu beigetragen habe nach „90 Jahren wilder Ehe“ die Vereinsgründung im Mai 2015 und das Projekt der Nachwuchsförderung. Seit Oktober werden neun Jugendliche an verschiedensten Instrumenten ausgebildet.
Struktur gegeben
Zu dem bewiesenen „langen Atem“, wieder klangvollen Auftritten, Harmonie und taktvollem Umgang im Team gratulierte im Namen des Gemeinderats, Bürgermeister Gerhard Riediger. Mit der Vereinsgründung sei der Kapelle Struktur und Heimat gegeben, die in den Statuten verankerte Jugendarbeit sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft. „Je mehr junge Bewohner sich in Vereinen engagieren, um so stabiler werden unsere Ortschaften“, unterstrich der Gemeindechef.
Riedinger sagte ferner, der dank Raimund Schuh erreichte Standard sei eine große Leistung, die Blaskapelle gehöre zum kulturellen Leben, ohne sie würde der Gemeinde etwas fehlen. Mit den Worten von Hermann Hesse „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, wünschte Riediger, dass der Zauber der Musik zum Vergnügen für die Zuhörer in der Bläsergemeinschaft lange anhalte.
Als Zeichen der Verbundenheit schenkte Raimund Schuh dem Verein neue Marschbecken. Er glaube, das Ziel, das Auseinanderbrechen der Kapelle zu verhindern, erreicht zu haben, schilderte der Dirigent seine Zufriedenheit über die positive Entwicklung der 25 aktiven Musiker und einem stets kooperativen Vorstand. Optimistisch stimme ihn der angelaufene Musikunterricht für den Nachwuchs. Ein Glücksfall für die Probenarbeit der Bläser sei der dazu gestoßene Dirigent Stefan Nitsche. Gerne erinnerte sich Schuh an gelungene Auftritte wie bei der Einweihung des Dorfladens, Annafestzug und Erntedankfest oder der „Ladarer Kerwa“; tags drauf hätten Kinder auf dem Schulweg gesungen: „Blaskapelle Unterleinleiter, ihr spielt so geil.“
Keine Kommentare
Um selbst einen Kommentar abgeben zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich vorher registrieren.
0/1000 Zeichen