Trailsdorf hat Herz für die Jugend

02.06.2011, 08:00 Uhr
Trailsdorf hat Herz für die Jugend

© Mathias Erlwein

Das ist nicht zuletzt auch ein Verdienst von Sabine Eger, die ihre Freude über die positive Entwicklung kaum zum Ausdruck bringen kann. Seit zwei Jahren bringt sich die 42-jährige Mutter dreier Kinder beim FC Wacker ein. Die Kinder- und Jugendarbeit liegt ihr am Herzen. Ein Bereich, der über Jahre hinweg beim Sportverein stiefmütterlich behandelt wurde. Denn was bisher zählte, waren die sportlichen Erfolge der Fußballmannschaft.

Doch nach Jahren der Vernachlässigung der Nachwuchsarbeit stand der Verein vor einem Scherbenhaufen. Die Auswirkungen sind noch immer spürbar: Der einst stolze Landesligaverein stieg mit seiner Mannschaft sang- und klanglos aus der Bezirksoberliga in die Bezirksliga ab, nach dem Rücktritt von Vorsitzenden Manfred Hoffmann werden die Vereinsgeschicke noch immer kommissarisch geführt. „Das Vereinsleben war tot“, stellte der sportliche Leiter Helmut Noppenberger unumwunden fest. „Es blieb uns gar nichts anderes übrig, als unsere Vereinsphilosophie zu überdenken“, fügte stellvertretender Vorsitzender Günter Scheller hinzu.

Doch dafür braucht man viele engagierte ehrenamtliche Helfer, eben Menschen wie Sabine Eger. Sie ist nicht nur als Trainerin der neu installierten G-Jugendmannschaft aktiv, ihrem außergewöhnlichen Engagement ist es auch zu verdanken, dass mittlerweile fast 50 Kinder regelmäßig zu den Übungseinheiten kommen. „Man muss für die Kinder auch was bieten“, ist sie überzeugt. Das beste Beispiel sind die kleinen „Wackerlies“, eine eigene Kinder- und Jugendgruppe im Alter zwischen vier und 13 Jahren. Sie kommen ins Vereinsheim um gemeinsam zu basteln, tanzen und spielen.

„Es ist schön, wenn sich die Kinder bei uns wohl fühlen“, so Eger, „auch die Eltern wissen, dass ihre Kinder gut aufgehoben sind.“ Bei den regelmäßigen Elternabenden wird viel diskutiert und neue Ideen werden ausgearbeitet. Überall ist Sabine Eger an vorderster Front mit dabei, sei es beim Ausschank-Dienst oder beim Saubermachen.

Seele des Vereins

„Sie ist für mich die gute Seele des Vereins“, sagt Helmut Noppenberger und bringt es auf den Punkt: „Leute wie sie, die wenig reden und viel machen braucht jeder Verein.“ Viel gemacht wurde in der letzten Zeit auch bei der Verbesserung der Infrastruktur des Vereins. Gemäß des neuen Mottos „Damit der Sport eine Zukunft hat“, ist die Heimkabine komplett neu renoviert und mit Schalensitzen, Play Station, Beamer und Leinwand und einem eigenen Masseurbereich ausgestattet worden. „Die Spieler sollen sich wohl fühlen, es ist noch ein Whirl-Pool und eine Sauna geplant“, verrät Helmut Noppenberger.

Die einheimischen Spieler sollen eine Zukunft im Verein haben, dann hat auch der Verein eine Zukunft. Auch einen nochmaligen Abstieg nimmt man notfalls dafür in Kauf. Höher, schneller, weiter war gestern. Jetzt ist man stolz, eine eigene G-, E- und D-Jugendmannschaft zu stellen.

Jugendleiter André Wichert leitet das „Unternehmen Zukunft“ beim FC Wacker. Am Tag der offenen Tür staunt ein alter „Wackerianer“, Albert Utzmann, und ein genussvolles Lächeln huscht über sein Gesicht.

„Respekt, was hier alles auf die Beine gestellt wurde“, urteilte der Rentner und ehemalige Dritte Bürgermeister der Gemeinde Hallerndorf.

Als nächstes steht die Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen an. Wer die Umbruchstimmung und Euphorie am Tag der offenen Tür miterlebt hat, dem muss es nicht bange sein um den FC Wacker . Der Erfolg eines Sportvereins lässt sich nicht immer nur an der Spielklasse messen.