Zu viele Zwetschgen
19.06.2010, 18:45 Uhr Die Vermarktung sei im vergangenen Jahr eher schwierig gewesen, sagte er. Bei Kirschen führten vor allem die andauernden Niederschläge zu Qualitätsmängeln und zur schlechten Haltbarkeit der Früchte. Die Folge: häufige Reklamationen und Preisabschläge. Insbesondere bei Zwetschgen führte das Überangebot deutschlandweit zu enormen Absatzschwierigkeiten und völlig unbefriedigenden Erlösen für die Erzeuger, so dass manche Bäume gar nicht abgeerntet werden konnten.
Den Gesamtumsatz der Absatzgenossenschaft bezifferte Geschäftsführer Herbert Hubmann für 2009 auf rund 1,7 Millionen Euro, wobei mehr als Dreiviertel davon mit Süßkirschen erzielt worden sind. Dabei stehen 755 Tonnen Kirschen mehr als eintausend Tonnen Zwetschgen gegenüber.
Trotz der Absatzschwierigkeiten war das Geschäftsergebnis positiv. Durch den Bau der Sortier- und Verpackungshalle hat sich das Anlagevermögen auf rund drei Millionen Euro erhöht. Mit einem Eigenkapitalanteil von mehr als 50 Prozent ist die Absatz-Genossenschaft Igensdorf auch nach der Investition von mehr als einer Million Euro „gut aufgestellt“, so der Steuerberater Dr. Herbert Göring. Die Finanzierung der Halle ist durch die festgeschriebenen Mieteinnahmen gesichert.
Im Blick auf die sich verändernden Märkte bezeichnete Geschäftsführer Hubmann die Investitionen in die neue Halle und die Einrichtung der technischen Anlagen als absolut zukunftsweisend. Mit der Gründung der Franken Obst GmbH als förderfähige Erzeugerorganisation im Sinne gültigen EU-Rechts durch die drei Absatzgenossenschaften Igensdorf, Mittelehrenbach und Pretzfeld und der bevorstehenden Inbetriebnahme der Sortier- und Verpackungsanlage seien die gesteckten Ziele erreicht worden.
Zertifizierung wird verlang
Hubmann ging auch auf die vom Einzelhandel geforderten Qualitätskriterien ein, die wesentlich gestiegen seien. So müssten die Waren zurückverfolgt werden können und zertifiziert seien. Eine weitere Steigerung des Anteils von zertifizierter Ware sei daher kurzfristig anzugehen. Längerfristig dürfte die Zertifizierung aller Erzeugerbetriebe notwendig werden.
Mehr als bisher will Hubmann künftig den Frischmarkt mit Zwetschgen beliefern. Der Geschmack der jeweiligen Sorten und der optimale Reifezustand bei der Ernte sollten mehr Beachtung finden. Hubmann verwies hierzu auf die neu festgelegten Sortenempfehlungen für das Gebiet.
Personell gab es in der Genossenschaft einige Änderungen: Der turnusmäßig ausscheidende Vorstand Wolfgang Merkl ist als stellvertretender Vorstand wiedergewählt worden. Markus Zeiß wurde neu in den Vorstand aufgenommen. Neu im Aufsichtsrat sind Thomas Burkhardt aus Dachstadt und Norbert Herrmann aus Affalterthal. Gerhard Heid aus Kappel ist zum stellvertretenden Erzeugerbeirat bei der Franken Obst bestimmt worden. Dank für ihre 25-jährige Tätigkeit im Vorstand der Absatzgenossenschaft ist Wolfgang Merkl und Erwin Zeiß ausgesprochen worden.