Ein Casting ohne Tränen
23.04.2010, 00:00 Uhr
Neugierig öffnet der Besucher die Tür zur Sing- und Musikschule in Zirndorf und staunt. Kein wildes Gedränge, keine Maske, nichts, was man eigentlich von einer Casting-Show erwarten würde. Im Gegenteil, wohltuende Stille überall. Nur aus den Musikzimmern hört man Klavier- oder Geigenspiel, Flötentöne und Bläser. Und dennoch handelt es sich um ein Casting, um eine Show allerdings weniger.
Finale im Mai
Ausgeschrieben hat den Wettbewerb die Zirndorfer Sing- und Musikschule, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Gesucht sind »Fränkische Musiktalente 2010«. Beim Casting wurden die Kandidaten fürs Finale am 9. Mai ausgewählt.
Im zweiten Stock sitzen zwei mit klopfenden Herzen. Gespannt warten Daniel Glöckle und Bless Artur Fiebig, beide neun Jahre, auf ihren Auftritt. Daniel, der seit drei Jahren Klavierunterricht hat, ist mit seiner Mama gekommen.
»Sie hat mich auch auf die Idee gebracht, hier mitzumachen«, erzählt er, und dass er eine Sonatine von Frederic Kulau spielen wird. »Ein bisschen aufgeregt bin ich schon«, meint der Neunjährige, der aber trotzdem ziemlich sicher wirkt. Dann ist es so weit. Die beiden verschwinden zum Einspielen in eines der Musikzimmer.
Und schließlich öffnet sich die Tür. Die Jury – bestehend aus Werner Siebenhaar, dem Leiter der Sing- und Musikschule, Carolin Loy und Kurt Bauereiß vom Fürther Tonstudio Streetlife sowie der dritten Bürgermeisterin Sandra Hauber – wartet schon gespannt auf die Darbietungen. »Wir hatten über 40 Anmeldungen«, berichtet Siebenhaar, die, wie es auch in der Ausschreibung stand, aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen und Altersgruppen kamen.
»Vielversprechende Talente«
Eine Rock- und Jazzband, Querflötenensemble und Schlagzeugensemble, Marimba, fränkische Volksmusik und »Stubnmusik« duellierten sich mit den »Klassikern« Klavier und Violine um den Einzug in die Endausscheidung, die am 9. Mai um 15 Uhr auf dem Marktplatz in der Bibertstadt ausgetragen wird.
Überrascht waren die Juroren vor allem über die Teilnehmer im Bereich Gesang. »Da waren schon vielversprechende Talente dabei«, meint Siebenhaar.
In Geduld üben müssen sich alle, nicht nur Daniel und Bless, der – schon sehr routiniert – auf seinem Akkordeon die Sliwowitz-Polka und einen »Hupfatn« zum Besten gab, sondern auch Julian, Natascha und Tanja und alle anderen Teilnehmer des Wettbewerbs. Denn im Gegensatz zu den Casting-Shows im Fernsehen wird das Ergebnis schriftlich zugestellt.
Auch Kritik übten die Juroren nur hinter den Kulissen. »Wir wollen schließlich niemanden enttäuschen oder fertigmachen«, so die Jury.
Und so gab es draußen auch keine Tränen oder Jubelschreie, die wird es vielleicht erst zu Hause geben, wenn die Teilnehmer erfahren, wer im Mai dabei ist.