Fastenbrechen auf der Freiheit
01.09.2009, 00:00 Uhr
Bisher wurden diese Feste in der Mevlana-Moschee in der Steubenstraße 13 gefeiert. Organisiert wird die nun für jedermann zugängliche Veranstaltung vom türkisch-islamischen Kulturzentrum Ditib, dem größten muslimischen Verein in Fürth.
Dessen Vorsitzender Metin Cikrik begründet die Ortswahl: «Unsere Freunde wissen, wo die Moschee ist, die kommen sowieso immer. Wir wollen uns auch Menschen präsentieren, die uns noch nicht kennen.» Und dass man dieses Ziel an der gut frequentierten Freiheit besser verwirklichen kann als am ursprünglich von Schirmherr und Oberbürgermeister Thomas Jung vorgeschlagenen Grünen Markt, dürfte einleuchten.
Die Tradition des so genannten Iftar-Zeltes, das in der Türkei während des Ramadans als Anlaufstelle für Bedürftige aufgestellt wird, übernimmt der Verein in diesem Jahr, um auf sich aufmerksam zu machen und für ein noch engeres Miteinander zu werben. Neben religiöser Sufimusik und dem Derwisch-Tanz kommt aber auch das Essen nicht zu kurz.
Ein richtiges, traditionelles Menü mit einer getrockneten Dattel zu Beginn, Suppe, einem Hauptmenü mit Reis, Salat, Obst und Getränken haben sich die Organisatoren ausgedacht. Mehr will Cikrik allerdings noch nicht verraten und setzt auf neugierige Besucher, die sich gern überraschen lassen.
Auch ein Grund, eine so große Feier auszurichten, ist der freudige Charakter des Ramadan. Cikrik vergleicht ihn mit Weihnachten: «Ziel ist es, mehr Liebe, Zusammenhalt, Toleranz und Harmonie zu schaffen. Kurz, ein Gefühl, bei dem man jeden umarmen möchte.» Und deshalb sei es am schönsten, wenn man mit möglichst vielen Menschen gemeinsam das Fasten breche. Das offizielle Ende des Ramadan wird dann am 20. September in der Moschee gefeiert.
Allerdings fastet nicht jeder Muslim: Nur wenn es gesundheitlich unbedenklich ist, müssen die strengen Regeln eingehalten werden. «Man soll ja nicht wie eine Dattel vom Baum fallen», lacht Cikrik. Kinder, Schwangere, Kranke und Alte beispielsweise sind so von vornherein ausgenommen. Und letztlich ist es dann jedem Gläubigen selbst freigestellt, ob er fasten will. JUDITH DAUWALTER