Fürther Kurs macht Flüchtlinge fit für den Job

17.05.2016, 16:00 Uhr
Fürther Kurs macht Flüchtlinge fit für den Job

© Armin Leberzammer

„Wenn es darum geht, Gutes und Sinnvolles zu tun, sind wir immer bereit zu helfen“, betont Elisabeth Stöckhert, die Vizepräsidentin des Fürther Soroptimist-Clubs. Ebenso wie die Rotarier hat dieser reine Frauenclub 1000 Euro beigesteuert, damit den Kursteilnehmern Fahrkarten gekauft werden konnten. Der Restbetrag von rund 1400 Euro kam aus einem Spendenpool der Stadtverwaltung, den Bürger und Unternehmer gefüllt hatten.

Gut und sinnvoll dürfte das Geld auf jeden Fall angelegt sein. Laut Eva Bönisch, Koordinatorin der Maßnahme beim Berufsförderzentrum (bfz) Erlangen, haben erste Teilnehmer bereits eine Arbeitsstelle gefunden. In der Auftaktphase mit 300 Unterrichtseinheiten wurde den Frauen und Männern aus Syrien, Iran, Irak und Ostafrika die deutsche Sprache nähergebracht.

Teamleiterin Gülcin Aranir von der Agentur für Arbeit berichtete anlässlich der Spendenübergabe von der Lernbereitschaft und dem Engagement der Flüchtlinge. Eine geringe Wertschätzung Frauen gegenüber habe sie ebenfalls noch nicht festgestellt. Im Gegenteil. „Diese Menschen sind sehr höflich und dankbar“, so Aranir, „ich habe noch kein einziges Mal erlebt, als Frau nicht respektiert zu sein.“

Das Interesse an derartigen Kursen scheint ungebrochen. Der nächste startet im Juli, dann in Fürth. „Es hat genügt, drei Bewohner anzusprechen, bald darauf haben sich genügend aus einer Unterkunft gemeldet, um die Maßnahme zu starten“, so Gülcin Aranir. Nach der vertieften Sprachschulung steht aktuell die Vermittlung praktischer Kenntnisse in der bfz-Werkstatt oder in kooperierenden Betrieben auf dem Programm. „Deutsch steht jetzt nicht mehr im Fokus, spielt aber begleitend weiter eine wichtige Rolle“, betont Eva Bönisch. Viele Flüchtlinge besuchen parallel dazu noch Kurse von Ehrenamtlichen.

Davon gibt es nach den Worten von Sozialreferentin Elisabeth Reichert derzeit 20 in den Fürther Gemeinschaftsunterkünften. Sie geht davon aus, dass die Gesetzeslücke bald geschlossen und die Finanzierung der Fahrtkosten dann geregelt sein wird.

Alle anderen bürokratischen Hürden habe man in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter in Fürth aus dem Weg räumen können. So werden beispielsweise einmal begonnene Maßnahmen auch dann fortgesetzt, wenn ein Asylbewerber zwischenzeitlich anerkannt wurde. Für Bewerber ist nämlich die Arbeitsagentur zuständig, für anerkannte Flüchtlinge das Jobcenter. Hier würden die Maßnahmen nun ohne Bruch weiterlaufen – egal, wer der Träger ist.

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