Unterasbach: Großstädter wird zum Landarzt
08.04.2017, 07:41 UhrDer "Neue" ist Berliner. Im Oktober 1997 begann er an der Humboldt-Universität in der Hauptstadt sein Medizinstudium. Nach Staatsexamen und Approbationsurkunde trat er im April 2005 eine Stelle als Assistenzarzt für Innere Medizin am Stadtkrankenhaus Treuchtlingen an. Es folgten Stationen mit kontinuierlicher Weiterbildung in Eichstätt und Weißenburg. Von 2012 bis 2017 wirkte Jacob als Oberarzt der Akutgeriatrie im Gesundheitszentrum Treuchtlingen. Parallel hierzu erfolgte die Teilnahme am dortigen Notarztdienst. Erfahrungen in der hausärztlichen Versorgung sammelte er als Kollege der Nennslinger Gemeinschaftspraxis Dres. Greischel/Leibig.
Nun ist Jacob in Unterasbach angekommen und freut sich sehr auf sein künftiges Wirken. Der sympathische Mediziner aus Überzeugung hat sich mit den unterschiedlichen Mentalitäten im Süden der Republik vertraut gemacht, insbesondere liegt ihm das "Fränkische" am Herzen. Kein Zweifel, unter diesen Voraussetzungen ist er im Zentrum des Seenlands bestens aufgehoben.
Als fürsorglicher Hausarzt legt er Wert darauf, im sprichwörtlichen Sinn den "Nerv" seiner Patienten zu treffen. Gegenseitiges Vertrauen sei für ihn enorm wichtig, sagt er. Es sei die Basis, um Diagnose und Behandlung gedeihlich in Einklang zu bringen und der Klientel so effektiv wie möglich zu helfen.
Dazu gehört eben nicht nur ein profundes fachliches Wissen. In diesem Punkt ist sich Dr. Jacob mit seinem Vorgänger einig. Auch Dr. Wolfgang Lindner kam mit seinen "Kunden" ausgezeichnet zurecht. Landärzten obliegt vielleicht noch ein bisschen mehr als ihren Kollegen in der Stadt die Pflicht, sich im Einzelfall ausgiebig Zeit zu nehmen. Rein kommerzielle Interessen genügen den Ansprüchen nicht, die Rolle als Ratgeber und Psychologe wird bisweilen ebenso erwartet. Der "Herr Doktor" sollte ein geduldiger Zuhörer sein, auch wenn es hie und da "nur" um Sorgen und Probleme des Alltags geht. Prävention von Krankheiten und deren Ursachen kann so auf unkonventionelle Weise erfolgen.
Seit über 70 Jahren wird diesem Grundsatz in der Unterasbacher Arztpraxis Rechnung getragen, Tradition verpflichtet auch bei Medizinern. 1984 hatte Wolfgang Lindner das berufliche Erbe seines Vaters angetreten. Beide galten in der hiesigen Bevölkerung als wahre Experten, wenn es darum ging, renitente Wirbel wieder in ihre "Ausgangsposition" zu befördern. Hatte sich etwas verschoben im Knochengerüst, kam von irgendwo her schnell der gutgemeinte Tipp: "Geh zum Lindner, der renkt di scho wieder ei"! Flexibilität unterstreicht die Kompetenz des Meisters, die Leute wussten und wissen es zu schätzen.
Von den Qualitäten ihres ehemaligen Chefs überzeugt sind nicht zuletzt die beiden medizinischen Fachangestellten der Praxis, Sonja Augustin und Sandra Reinwald: "Dr. Lindner und seine Gattin Rita sind uns gegenüber immer freundlich, zuvorkommend und äußerst hilfsbereit gewesen". Es versteht sich von selbst, dass ein derart positives Arbeitsklima auch im "Teamwork" mit Dr. Jacob angestrebt wird.
Während der Kontaktaufnahme klappte das Miteinander schon ziemlich gut, betonen beide Frauen.
Von einer erfolgreichen Fortsetzung des bewährten gemeinsamen Wegs ist deshalb auch Clemens Jacob überzeugt. Der verheiratete Vater von zwei Kindern versichert augenzwinkernd: "Wir schaffen das"!
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